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Full text of "Lichtenbergs Mädchen"

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Lichtenbergs Mädchen 

Georg Christoph Lichtenberg, Albrecht Ludwig 
I Friedrich Meister, Erich Hugo Ebstein 



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Cichtenbergs Jlläbdien 



TTTIt zroölf ungebrucfcten Briefen Ortenbergs, 
feinem Porträt in JTIezzotinto=6raDüre, Fakfimile 
eines 6ebid]ts, einer flbbilbung bes IDeenber 
Thors zu ööttingen ufro. herausgegeben oon 

Cridi ebftein 



SObbcutfd)« monatsbefte 6mM. mannen 1907 



TTadjbrucfc, aud) ber einzelnen Briefe, nur 
auszugsroeife geftattet. 



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L4 Zs"SL 



Oedenbergs mäbcnen. 



fö531755 



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JIad]bruck, audj ber einzelnen Briefe, nur 
auszugsroeife gemattet. 



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L4 Z5*a> 



Oedenbergs mäbcljen. 



fö531755 



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üorwort 



3m Mittelpunkte der in diefem Büchlein 
enthaltenen Briefe Etd)tenbergs an ltteifter fteljt 
das „kleine 112ädd)en'\ das Oedenberg Treiben 
gelebrt l)at; id) werde uon diefem Geheimnis 
In Eid)t*nbergs Ceben in der Einleitung mel>r 
erzählen, und freue mid), auf 0rund oon zwölf 
bisfyer unbekannten Briefen des großen Mannes 
neue Jlufsd)lüffe geben zu können, Diefes Mäd- 
chen ftarb 1 762 # 17 3ai>re alt. Gerade 10 3af>re 
nad) ibretn (Tode notierte er am 4. Jluguft 1792 
in feinem (Tagebud): „Vor 10 Jahren 

Jn diefen (Tagen erreicht mid) die betrübende 
12ad)rid)t ( da$ £ld)tenbergs kleines fd)lid)tes 
6aTtenl)äusd)en In ßöttingen, das jwar an ef- 
ponierter Stelle l)art an der nad) Hannover 



Dd}tenbcrg$ Mädchen 



führenden ßeerltra^e lag, dem .Abbruche nafyc 
IB. €$ Ttcf)t Je$t bereits nid)t mebr, indes bat T1d>, 
wie id) l)öre, ein Ciebbaber gefunden, der es 
anderwärts wieder aufbauen will. „Vom Garten 41 
datierte Cid)tenberg oft feine Briefe, aud) 
wobl mit Zutäten wie: „auf dem Garten unter 
Blüten, Eusciniengefang und JHaudenklang." 
!)ier begrüßte er alljäbrlid) die erften Sd)walben 
und das erfte Grün. Sd)er$end notierte er ein- 
mal im (Tagebud): „Es war mir auf dem Garten 
immer eine Jreude, Sonntags fo die fd)önen 
Eeinatbenienferinnen wrbeigeben 3U feben." 
über nid)t nur Weitere, fondern ernfte Beobach- 
tungen der verfd)iedenften JIrt wurden aus 
den kleinen Jenftern des Gartenbäu$d)ens 
gemacht. So fd)reibt er am 14. 3uni 1794: 
„Der gute Bürger ift uns in dielen (Tagen 
wenig aus dem Sinn gekommen. 3d) l>abe fein 
Begräbnis durd) das Perfpektio mit angefeben. 
JHs id) den £eid)enwagen mit einer JIrt von 
Jiniauf durd) das Rird)bof-(Ebor rollen Tal) : 



6 



Daxenbergs mäddjen 



To hätte nid)t uiel gefeblt, id) hätte laut aus- 
geweint Das Jlbnebmen vom Wagen konnte 
icb unmögtid) mit anfeben, und id) muffte mid) 
entfernen. 1 ' 

Die Umgegend, in der das Baus zulegt ftand, 
war allmäblid) kaum zu denken; der Reft des 
früheren öärtebens binter dem flaute war der 
flof eines IHöbeltransportgefcbättes mit lauter 
Möbelwagen uertd)iedentter flerkunft! 

(Tempora mutantur. 

Müncben, im Itlai 1907. 

Crid) €bttein. 



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Ginfityrutig. 



öenucjfam bekannt itt r daf>0. ß. Cid)tenberg 
feine Jrau Margarete, die (Tochter eines Inva- 
liden und Uleifjbinder Kellner aus ßikolausberg 
bei ööttingen, zuerft als Crdbeeren verkaufendes 
Mädchen kennen lernte, als Fjaushälterin zu 
lieh nal>m und am 5. Oktober 1789 Im (Tage- 
buch „von meiner Rrankheit befallen und den 
Abend mit Margarethe copuliert, durch l)€. 
Paftor Rable" notierte. 

Sie wurde das 6lück feines Cebens und 
die Mutter vortrefflicher Rinder, die, wie 0rife- 
bad> treffend fagt, il)rer Jlbftammung €l>re 
machten. 

Daneben erfcheint aber, wenige Jahre vor 
Ortenbergs Bekanntfchaft mit Margarete in 
feinen Briefen eine rätselhafte andere Mädchen- 
geftalt, die er feine „kleine (Tochter 11 nennt; 
er legt für fle in einem an Dieterich aus f>am- 

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bürg gerieten Schreiben vom 6. Juni 1778 
ein Billet bei, in dem er febreibt: „3cb meine 
das kleine ttiädcben, das icb febreiben gelehrt 
babe." Diefes t12ädd>cn bat Scbüddekopf vor 
kurzem als ein „Geheimnis in Eicbtenbergs 
Ceben" bezeichnet. Durd) eine Indiskretion 
eines feiner ältetten Schulfreunde, dem er mit- 
teilt, wie er das fßädcben kennen gelernt bat, 
und den er am Sd)lu$ diefes Briefes bittet: 
„Zerreiben Sie diefen Brief, und behalten Sie 
blo$ das Andenken an tyn, als ein Zeichen 
meiner Jreundfdjaft gegen Sie, der fieb unter 
allen meinen Schulfreunden allein meiner erinnert 
bat", erbielen wir zuerft genauere Runde von 
diefer mädcbengeftalt. 

Da$ indes bereits die Zeitgenoffen von 
Oedenbergs Itlädcben wußten, lebrt folgender 
Paffus in Ro^ebue's „Doctor Babrdt mit der 
eifernen Stirn 41 o. 0. 1790, S. 14: „Vor vielen 
3abren febon \)\e\t icb mir ein Itlädcben von 
1 1 3abren, welcbe Blumenfträufje feil trug. Sie 

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£ld)tenbergs tUäddjcn 



wohnte in der (Zaf}pül)len, *) und wir brachten 
wed)felfeitig 0ötternäd)te miteinander zu. 3d) 
kleidete Tie mit britti$d)er Treygebigkeit, unter- 
hielt aud) Papa und Mama. Die Sadje wurde 
aber endlid? To notorifd), da$ in der Schola 
puellarum meine Jlmafia ein 0eTpött der 
übrigen wurde, und der Sdjulmeifter fogar de 
fornicatione omittenda i)errlid)e Ermahnungen 
ergeben lief*." 2 ) 

ld) laTTe \)Ur am betten Eid)tenbetg felbft 
fpredjen (Briefe III, 291 ff.); der an Jlmelung 



»JVgl.Eetymann, Ittenbergs nad)la$ (Weimar 1899) 
$. 242, wo £id)tenberg did)tet: 

„Südoftwärts uon rjerrn Gräbels Hlubl 

Jim Wege, der da Rafcpübl, 

Da Hegt ein tdjön gepflaftert Stättgen" — 

1. C. müller (Verlud) einer Beitreibung der berühmten 
Unioerfität ööttlngen, 1790, $. 5) nennt die Strafe — 
beute Rarspüle — eine „lange Strafje zwlldjen lauter 
Gärten Innerbalb der Stadt"; Tie oerläuft nocf> beute blnter 
dem Stadtwall längs dem Botanifdjen Barten. 

*) Rotjebue läfct dann £id)tenberg fo welter reden: 
„Seit der Zelt lind die JTuflaurer und Spürbunde 
überall bmter mir drein gewelen. 3d> mu% meine Pro- 
fellorswürde retten, damit ld) nldjt einmal bei einer Molly 
Seagrim ertappt werde." Dies ilt eine Jlnlplelung auf 
r). Tleldlngs History of Tom Jones, book V, ohap. 5: 



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Effenbergs Mädchen 



gerid)tete BrUf fällt in den Anfang des Jahres 
I7S3, und es f)ei$t dort: 

„Cüas id) fyxwn fage, mufj kein lUenfd) er- 
fahren. 3d) lernte Im 3al>r 1777 (die fieben 
taugen wabrlid) nid)t) ein fßädcben kennen, 
eines Bürgers (Tod)ter aus l)iefiger Stadt, Tic 
war damals etwas über 13 Jabre alt; €in 
foldjes tTlufter von Sdjönbeit und Sanfftmutb 
batte id) in meinem Ceben nod) nid)t gefeben, 
ob id) gleid) viel geteben b^be. Das ertte mal, 
da id) Tie Tab, befand fle Tid> in einer Gefell- 
Tcbaft uon 5 bis 6 anderen, die wie die Rinder 
bier tbun, auf dem Wall den vorbeygebenden 
Blumen verkaufen. Sie bot mir einen Strauß 
an, den id) kaufte. 3d) fyatti 3 Engländer bey 
mir, die bey mir afjen und wobnten. God 

„The philosopher diseovered in Molly Seagrims 
Garret/* (Treundlldjc tttittellung dc$ flerrn Sdjulte-Strat- 
baus). Wie aus dem 164. Jlntiquariatskatalog oon C. 
Ciepmannlfofjn (I907)llr. 5213 beroOTgeK befa$ Itten- 
berg Tieldings-werke In der 3wölf bändigen In Condon 1775 
erfdjienenen Ausgabe; jeder Band trägt auf der Rück- 
feite eines Jeden (Titels deffen namenszug„6. e.CidjtenbeTg". 

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Dd)tenberg$ mädd>cn 



almighty, fagte der eine, what a handsome 
girl this is. 3ch l)attc das ebenfalls bemerkt, 
und da ich wufjte, was für ein Sodom unfer 
Heft ift, fo dachte ich ernftlich diefes vortreffliche 
0efd)öpf von einem fold)en Handel abzuziehn. 
3ch fprad) fie endlich allein, und bat fie mich 
im Flaute zu befugen; fie gienge keinem 
Purfdjen auf die Stube, tagte fie. Ulie fie aber 
borte, dafj ich ein Profeffor wäre, kam fie an 
einem ßachmittage mit ihrer ItJutter zu mir. 
Ißit einem Wort, fie gab den Blumenbandel 
auf, und war den ganzen (Tag bey mir, l)ier 
fand ich, da$ in dem vortrefflichen Ceib eine 
Seele wohnte, grade fo wie Ich fie längft ge- 
facht aber nie gefunden hatte. 3d) unterrichtete 
fie im Schreiben und rechnen, und in anderen 
Renntniffen, die, ohne eine empfindfame 0eckin 
aus ihr zu machen, ihren Verftand immer mehr 
entwickelten. Mein phyfikalifcher Apparat, der 
mich über 1500 (Tbaler koftet, reizte fie anfangs 
durch Mnen 01an$ und endlich wurde der 



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£id)t«nber<js mädd)cn 



ßebraud) davon ihre einzige Unterhaltung, 
üun war untre BekanntTchaft aufs 15ö*<*>Ttc ge~ 
fliegen. Sic gieng Tpät weg, und kam mit 
dem (Tag wieder, und den ganzen (Tag war 
ihre Sorge meine Sachen, von der Halsbinde 
an bis zur Cuftpumpe, in Ordnung zu galten, 
und das mit einer To l)immlifd)en Sanfftmuth, 
deren Möglichkeit ich mir vorder nicht gedacht 
hatte. Die Tolge war, was Sie Tchon mutbmaTen 
werden, Tie blieb von Ottern 1780 an gan$ bey 
mir, fyre ßeigung zu dieTer Cebensart war To 
unbändig, da$ Tie nicht einmal die (Treppe 
binunterkam, als wenn TU in die Rircbe und 
zum Abendmahl gieng. Sie war nicht wegzu- 
bringen. Cüir waren beTtändig beyTammen. 
'Wenn Tie in der Rirche war, To war es mir 
als hätte id) meine Jlugen und all meine 
Sinnen weggeTchickt. — Mit einem ©ort — Tie 
war ohne prieTterlidje €inTegnung (verzeihen 
Sie mir, beTter, liebfter Mann dieTen Ausdruck) 
meine Trau. JndeTTen konnte ich diefen Engel, 



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Dd)t«nb«rgs rßädd)cn 



der eine foldje Verbindung eingegangen war, 
nid)t ohne die gröfte Rührung anfel>n. Da$ 
Tic mir alles aufgeopfert f>atte r ohne vielleicht 
gan$ die Wichtigkeit davon zu füllen, war mir 
unerträglich. 3d) nai)m Tie alfo mit an Gifd), 
wenn Jreunde bey mir fpeifjten, und gab if>r 
durchaus die Rleidung, die ihre Cage erforderte, 
und liebte fie mit jedem (Tage mebr. meine 
ernftliche Jlbficht war mich mit ihr auch vor 
der Hielt zu verbinden, woran fie nun nach 
und nad) mich zuweilen zu erinnern anfieng. 
0 du großer 0ott! und diefes l)immlifd)e Mäd- 
chen ift mir am 4ten Jluguft 17S2 Abends mit 
Sonnenuntergang geftorben. 3ch hatte die 
beften .Herzte, alles alles in der Güelt ift getban 
worden. Bedenken Sie, liebfter mann, und 
erlauben Sie mir, dafj ich hier fcbliefje. £s 
ift mir unmöglich fortzufahren. 41 

Diefer ergreifende Brief gebort zu den 
fünften, die Eicbtenberg gefebrieben hat. 
Vor kurzem bat R. Saitfcbik in einem feiner 



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Cidjtenbergs ITlädd)cn 



Werke „ZurPfydjologie des neueren Individua- 
lismus", (Berlin 1906), in welchem er£id)tenberg 
und ßietjfche als deutfehe Skeptiker rubriziert, 
auch diefes Verhältniffes Effenbergs zu dem 
lHädd^cn mit den IDorten gedacht: „Dank der 
Unabhängigkeit und Ueberlegenheit feines Cha- 
rakters wufjte Tld> Lichtenberg über alles Rlein- 
lidje einer Prouinzftadt zu ergeben und feinen 
eigenen Sieg, ohne Rückficht auf Mißdeutung 
3U geben. 11 

Lichtenbergs Mädchen, „Maria Dorothea 
Stochardten" *) war eines Ceinenwebers (Tochter, 
wie mich die bisher unbekannt gebliebene Ein- 
tragung im Rirchenbuche der St. Johanniskirche 
in Böttingen belehrt, nicht nur für folche 
Bürgerstöchter, fondern auch für die Jungen 
Profelforstöchter war 06'ttingen damals gegen 
Gnde des 18. Jahrhunderts nicht ungefährlich, 
Schreibt doch Effenberg: „ich wußte, was für 
ein Sodom unfer Heft ift". 3d> habe diefe Sad)- 

l ) So (!), wäbrcnd ne In WfrkllcbMt Steward biefj. 

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£ld)tenberg$ mäd<b«n 



läge auf Grund der mir bekannt gewordenen 
kulturgefd)id)tlid)en tlotizen oor kurzem Im Zu- 
fammenr)ang beleuchtet 2 ), will Jedocb \)Ur nod) 
einer Stelle aus einem Briefe Boies gedenken, 
der aus dem Anfang der fiebziger 3abre desfelben 
Jabrbunderts ftammt: „Die Jungen It2ädd)en 
bier müffen wegen der großen Ißenge Ceute, 
die il>nen Schlingen legen, febr bef)uttam und 
eingezogen leben: con taufend unfd)uldigen 
3reibeiten, die andere tid) erlauben, wlffen Tic 
garniebts" Und nod) 1791 fdjreibt ein in 
0öttlngen ftudierender Cüürttemberger in die 
^eimat: „JTIIes ift unglaublich teuer; nur allein 
die Jungen Fßädcben find mit geringer IT2üf)e 
und wenigen Roften zu bekommen. Jllle Bürger- 
mädeben kann man baben, alle Profefforstöd)ter 
find die ausgemachten Koketten." 

Oedenberg batte für Mädchen aus niederen 
Ständen entfdjiedene Sympatbien. „€$ gibt 

- E. Ebttein. Zur 0«Td>1d)te der ocncrltdun Krank - 
beiten in Gottings. Janus. Jfprll 190$, $. 17« — 196. 



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Dd)t«nbeTg$ mäddjcn 



Stellen, wo Bauernmädcben aussen wie die 
Königinnen; das gilt uon £eib und Seele' 1 ; für 
ihn enthüllt ein Mädchen, die T1d> ihrem Treund 
nach Ceib und Seele entdeckt, „die Heimlich- 
keiten des Ganzen weiblichen 0eTd)led)t$"; 
denn „ein jedes Mädchen Ift die Verwalterin 
der weiblichen fßyfterien." 

Doch kehren wir zu der kleinen Stechard 
zurück: au$er in Jenem zitierten Briefe an feinen 
Schulfreund, hat Elbenberg, foweit wir wiffen, 
offenbar nur feinem Rollegen Itieifter das Ge- 
heimnis gebeichtet, fßeifter vertrat feit (Tobias 
Mayer und Cowty Jortgange 1764 die Profeffur 
für angewandte Mathematik, und wurde 1770 
zum Ordinarius befördert; fein fiame lebt noch 
heute in feiner Jachwiffenfchaft fort, für die er 
25 Jahre neben Räftner erfolgreich gearbeitet 
hat. Räftner hat ihm 1 788 einen fchönen Hach- 
ruf gehalten, mit Lichtenberg war er nicht nur 
als Rollege, fondern auch als treuer Treund 
eng verbunden. Das zeigen Lichtenbergs Worte 

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Dditenbcrgs mädd)en 



über lf>n (Uermifdjte Schritten II. Bd., ööttingen 
1853, S. 124 f.), die kurz nad) Iflelfters (Tod 
gefdjrieben fein werden. „Jim IS. Dezember 
1 788 ftarb mein vortreff lieber Itl elfter, allein 
erft den 23. ward er, nad) feiner Uerordnung 
begraben. hieraus leuchtete des guten tttannes 
3urd)t |>ervor, die if)n fonft gegen Cnde feiner 
(Tage verlaffen zu Ijaben fehlen. 3d) \)abe ff>n 
U\)x genau gekannt, nfd)t blofj, well 1d) viel 
mit il>m umging, — denn man kann U\)r viel 
mit einem Ittanne umgeben, und il)n dod) nid)t 
kennen lernen, fondern weil id) in einer Ver- 
bindung mit \\)m ftand, wobei man fid> nid)t 
blofj aneinander anfd)llefjt, fondern aud) fo 
untereinander öffnet, da$ alles in beiden Ge- 
fäßen bis zum bori3ontalen Stand zufammen- 
flfefjt. Cr war ein Mann von den größten 
Jäl)igkeiten, und einem Sdjarffinn, wie er nid)t 
leid)t feinesgleid)en bat. rßatl)ematifd)e$ ßalcul 
war deswegen nid>t das, was Reize für lf>n 
batte; er dachte febr gering davon, wie von den 



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Cld)tcnbcrg$ lttädd)en 



Ceuten, die ihren ganzen Ruhm darin allein 
fuchen. Scbriftftellerifchen Stob hatte er gar 
nicht; er l>ättc fonft gewifc leicht feine Herren 
Rollegen übertroffen. 0anj gekannt bat ihn in«* 
deffen die Cüelt gar nicht, auch feinem Charakter 
nad). Cs ift gar fonderbar, wie viel der ver- 
nünftigfte und red)tfcbaffenfte Mann nötig ()at r 
nicht mit dem Mikrofkop betrachtet zu werden. 11 
— „meifter" fä()rt Ortenberg dann fort, „war 
ein böd)ft u)mr und febarfffnniger Ropf, und 
wirklid) ein großer mann, von unerfebütter- 
lieber Red)tfd)affenbeit im Handel und Wandel, 
und doch hatte er fo unzählige Schwachheiten, 
wo man 1f>n ganz fal). 

Petron und J!puleju$ waren immer feine 
£iebling$fd)riftfteller, obgleich er gegen edle 
Simplizität nicht unempfindlich war. Jfn J!uf- 
iö'fung einer verwickelten Syntbefe fand er be- 
fonderes Uergnügen." 

Jlu^er zahlreicher Jacbliteratur fcbrleb raeifter 
im 00'ttinger IBagazin I. Beobachtung merk- 

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Elbenbergs luäddjen 



würdige 0eftalten der Ololken, 1780. 2. Etwas 
über die Mouches volantes, ebenda, 1780. 
3. Beobachtungen über den Vefuv, ebenda, 1781. 

Die nachfolgende Rorrefpondenz Orten- 
bergs an meifter, die etwa 1 0 Jahre umfaßt*), 
zeigt, wie vielerlei Dinge Tie untereinander 
austaufcijten und berieten; ich hatte im 5rül>- 
Jabr 1906 das Glück, den Reft des offenbar 
umfangreicheren Briefwechfels, teils in Originalen, 
teils in ficher beglaubigten Jlbfchriften aufzu- 
finden. 

Die Copia collat. umfaßte „24 Billets von 
0. Chi*. Oedenberg an den prof. ord. philos. 
fy>frat J?1br. £udw. Triedrich meifter zu 
0öttingen". JIus diefer Briefmaffe find zwei 
Stücke verloren gegangen; ßr. 3, 7, 12, 14 find 
in der dreibändigen von Heitmann und Schüdde- 
kopf beforgten Ausgabe abgedruckt worden; 
flr. 9 teilte ich in dem von mir herausgegebenen 

*) Die Reibenfolge der Briefe ift, fowelt es md*glid> 
war, eine (&ronolog,ifd>e. 

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Effenbergs lttädcben 



Büd)eld)en „Jfus 0. 0. £id)tenberg$ Rorrefpon- 
denz", Stuttgart, 1905 mit; ßr. 10, 11, 1$, 
1 7 gab Eudwig Saeng In einem Eduard 0rite- 
bad) zum 60. Geburtstag gewidmeten Privat- 
druck zum betten, der nur wenigen zugänglid) 
wurde, der weiteren Menge aud) nur au$zug$- 
weife durd) ein Jeuiiieton uon & Sd)üddekopf in 
der frankfurter Zeitung vom 2. Dezember H05. 
Zwölf an IHeitter gerichtete Briefe 
£id)tenberg$, die bisher unbekannt ge- 
blieben find, teile id) i)ier zum erften 
male mit; id) ftelje aber nid)t an, aud) die 
übrigen zu diefem Briefwed)fel gehörigen Billette 
an diefer Stelle den Ueref>rern £id)tenberg$ zu- 
gänglid) zu machen, da fie im Zufammenl>ang 
ein genügend großes Jntereffe ju beanfprud)en 
verdienen. 




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6. C. Ortenbergs Korrefponbenz mit 
fjofrat H. C. f. lüeifter 



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Uerzeidjnis der Briefe 0. ß. Ortenbergs 
an 3\. E. £ meUter. 

Seite 

1. Ew. Woblgeb. werden... 4. April 1779 . . 27 

2. Ew. OJoblgeb. gütigem Uertpredjen. 2l.3ull 1779 28 

3. Ilun was Tagen . . . „ Jriylag trüb", o. D. . . 29 

4. Wenn der Jupiter pluvius . . . (o. D.) . . . 31 

5. Wertb. r)£. Profettor!... (o. D.) .... 31 

6. Wenn Sie dlefen übend . . . (o. D.) ... 32 

7. Ew. OJoblgeb. tage ld> den oerbindlidjften 

27. Oct. 1781 33 

8. P. P. Was das für eine . . . (o. D.) ... 34 

9. P. P. rjfrtjlldje gute Befferung . . . (o. D. . . 35 

10. Ew. Oloblgeb. fende Id) l)Ierbey . . . (o. D.) . 36 

11. P. P. Was id> bisber ... (o. D.) .... 41 

12. Ciebfter r)err Profettor . . . (o. D.) .... 43 

13. 3d> freue tnld> auberordentlld) ... (o. D.) . . 45 

14. Id) danke Jbnen... [5. Jluguft 17*2]. . . 47 

15. fjierbey babe Id> die Ebre ... [20. Sept. 1782] 49 

16. P.P. r>lerbeybabekbdie£bre...[IO. Jebr.1783] 53 

17. Ew. Woblgeb. lieben . . . (o. D.) 65 

18. raotto: nacbolertelftündigem... (o.D.) . . 57 

19. r)Ier kommt . . . (o. D.) 58 

20. 3iir den überfandten . . . (o. D.) 60 

21. Ew. r)od)woblg. werden fid> dod) ... (4. Juni 

um ellf") 62 

22. Ew. Oloblgeb. fd)idu \)Ur . . . (o. D.) . . . . 63 

23. (Tausendfältigen Danck... [etwa Sept. 1788] 66 

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Ortenbergs lT2ädd)en 



I. 

€w. Woljlgeb: 

werden oermutj)1id) fciefen Abend mit mir bei 
56. Dietrid) und deffen Jamilie Tpeifcen, id) 
bitte mir alfo, da dod) morgen Jlbend Bai ift, 
die ei>re auf morgen aus. Die Jungfer 
$ted>ardin, die bereits am uergangenen IHitt- 
wodjen 3bre $d)u1Ttudia geendigt, und die 
Citteratur an den Hagel gelängt f>at t um fld> 
künftig defto eifriger mit der Hadel und der 
Oettreidjifdjen Canze )u befd)äftigen, kommt 
aud) morgen Jlbend. 

d. 4. Jlpril 79. 




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Ddjtenbtrgs mädd)«n 



2. 

Cw. Wol)lgeb: 

gütigem Verfpredjen gemäfj erwarte id) Dieselbe 
diefen Abend gegen 6 Ufer, da wir dann nad) 
dem 0arten geben und feljen wollen, ob (Der 
mit 7 oorbeyfäbrt. 3d) l)abe eine Melone, die 
3iemlid) viel uerfpriebt. Cülr wollen leben ob 
Tie Ulort bält. Jungfer Sted)in t>at Tid> geftern 
Jlbend ausgebeten oon der ßefellfcbaft feyn 
zu dürfen. 

3d) kann fynen einen gan^ bonetten Mag- 
neten zeigen, den mir beute ein reifender ge- 
bracht b^t. 

d. 21. 3uli 1779. 




Elbenbergs mäddjen 



3. 

Hun was Tagen Cw. Wof)lgeb[ol)ren] der 
0evatterf<r;aft? 3d) (>abe das Jeuer fdjon lange 
glimmen fel)en, und i)ätte gern der IJackfeldin 
etwas eingegeben, da& es ein mäddjen ge- 
worden wäre. 

3d) will Cw. Wol)lgeb[ol)ren] meine Gnt- 
fd)lief*ung Kurz melden. 3d) ftel>e nid)t in 
Perfon, und vermutblid) Sie aud) nidjt, denn 
id) gel>e auf keine Rindtaufen und keine r)ocr)- 
jeiten fo lange als id> lebe, es möchte denn 
meine Rindtaufe oder meine r)od)zeit feyn. 
Aber die Jrage ift, wen ftellen wir? Güollen 
Sie 3l)re 3ungfer Rannen fdjicken, fo foll ent- 
weder fJC. Stöcker oder einer uon Dietrichs 
Ceuten f)G. Rnoop ftatt meiner fteljen. Schicken 
Sie aber eine manns Perfon, fo will die kleine 
Stedjardin für mid) fteben. Der le^te Sali wäre 
mir deswegen der liebfte, weil die r)e|e gern 
einmal ein Rind l)übe, und fid) fdjon lange 

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Ortenbergs fTläddjcn 



auf die tlfederkunft der F>ackfeldin gefreut hat, 
denn es war \\)r die €l)re gan$ zugedacht wenn 
es ein tßädcfyen geworden wäre. Da £w. 
Olol)lgeb[obren] aber keine fßanns Perfonen ju 
td)icken fyaben als 3l)ren Jriedrid), mit dem als 
einem ungläubigen und Bedienten die Jungfer 
St.[ed)ardin] wol)l nid)t Tteben mögte, fo will 
id) Jbnen nod) einen Vortdjlag tbun, id) wolte 
wol)l f)C. Rnoop oder r)C. Stöcker überreden 
für €w. Cüoblgeb. zu fteljen. 3d) fdjreibe diefes 
nur, weil id) das lllufeum tebicke, denn wir 
fpredjen uns wol)1 gewifj zwlfd>en ffltt und 
Sonntag. 

Treytag frül). 




30 



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Od)t«nb«rg$ I12ädd?«n 



4. 

(Denn der Jupiter pluvius (wie id) nid)t dencke) 
morgen feine Sprityen nid)t probiert; fo l)abe 
id) die €l)re Cw. Woblgeb. Morgen frül) */* 
nad) 6 auf eine (Taffe ßaffee und etwas zu 
erwarten, da wir dann mit ein paar Huyn- 
hnms nad) mut. mut. Rerftlingeröder Jeld 
fahren wollen. 



5. 

Werver, Professor I 

IJIer ift die kleine endlid). IJaben Sil dod) 
die 0ütigkeit und geben il)r f wenn Sie fie nid)t 
mel)r braudjen, anders nid)t die Rupferftidje zu 
Cooks Reife. Sie können fie wieder l)aben. 

3n Eile. 



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Cidjtcnbergs Ittäddjen 



6. 

Wenn Sie diefen übend nid)t$ befferes zu 
tl)un \)aben, al$ mid) $u befudjen, To bitte id) 
mir die €l)re 3l)res gütigen Zufprudjs getyorfamft 
aus. 3d) glaube Jungfer Sted)in, wenn il>r 
nichts dargor gefcfynappt ilt. wird ebenfalls 
kommen. Sie find aber to gütig und kommen 
fo früh als möglid). £$ wird l>eute genug am 
Saalfenfter zu judicieren geben. I)ier kommen 
einftweilen 2 (tyeile des Orpheus wieder zurück, 
den dritten will id) nod) ein wenig behalten, 
mein ürtbeil mündlid). 




32 



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Daxenbergs lT2ädd)en 



7. 

r>errn Prof. TTlcittcr 
ttlol)lgeb. 

Cw. Wot)lgeb. 
Sage id) den uerbindlidjften Dank für die 
fdjönen populär Errors, die Sie mir zum Ge- 
brauch überlatten f)aben. 3d) werde Tie gewifj 
fef>r nityen, zum (Tl)eil im Magazin, zum Gf)eil 
im Kalender. 

Die Jungfer Poppin wird nid)t allein Morgen 
Jlbend der Laterna magica mit beiwohnen, 
fondern aud), gelobts der Gimmel, (denn Sie ift 
es mit £ e i b und Seel willens), mit uns zu flacht 
effen. €w. Güol)igeb. werden fie U\)t freygebigund 
artig finden. 3i)re Stimme fdjnarrt nur nod) ein 
wenig. €s fet)lt an der Pfeife offenbar. €in rechter 
Orgelbauer wird fie mit einem Schnitt zuredjt 
ftimmen. 

d.27.0ct. 1781. 




38 



Elbenbergs mädd>en 



8. 
P. P. 



Was das für eine traurige 0efd)id)te ift? 
Ittein 0ott, id) bin To ertebrocken, da$ mir 
würcklid) übei itt. 3d) ginge gerne bin, aber 
was kann man mit dem unuerttändigen Knaben 
reden? 3d) will meinen Jlufwärter bintdjicken, 
der 3bnen diefen Brief bringt und ein febr guter, 
Ratljgebender Reri ift.*) CUas mag wobl aus 
dem Jungen werden. 3d) mu$ mit €w. Woblgeb. 
fpreeben, uielleicbt nimmt etwa Dietrid) einen 
in die Handlung oder in Druckerey , id) will gern, 
was id) entbebren kann, beytragen. 3d) b*be 
zwar aus des Mannes Tid)tbarer Jlbnabme lange 
To etwas gefürebtet, aber kaum mebr Jezt im 
ftlay. Wann kann id) wobl £w. Güoblgeb. ein 
wenig tpreeben. ^-s 



*) es ift wider Erwartung die Jrau. über 
aud) gut. 




34 



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Attenbergs mäddjen 



P. P. 



Fjert$lid)e gute Betferung zuvor. Dieten 
Abend ift unter ßlub, wo id) willens bin, eine 
Rede über die bette 5brm der Stadttore zu 
balten, weil id) aber nur ein einziges in meinem 
Ceben gezeichnet, und nad)ber nie wieder daran 
gedacht babe, to wünfd)te id) mid) gern ertt 
ein wenig zu gründen, und bitte alto £w. Wobl- 
gebobren geborfamtt um die tflittbeilung toldjer 
Büdjer, oder aud) Bücbertltul, wo id) mid) 
Ratf)$ erholen könnte! Sie tollen alles tßorgen 
wieder ijaben. 

Die Jungfer Sted)ardin l)at neulid) tyre 
Jlbwetenbeit tebr beklagt, und Iä$t3l)nen gute 
Betterung wüntd)en. ^% 



Gs bat bis um 5 1% Zeit 

da id) nod) ein paar tauben 

Obren von 4—5 zu predigen \)abe — • 




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£id>t«nberg$ mädd>«n 



10. 

JIn 

fjerrn Prof. lUeifter. 

€w. Oloblgeb. 

Sende id) b^rbey die gorgeftreckten Büd)er 
mit geborfamftem Dank wieder zurück. f)C. Prof. 
Teder, der ein febr vertrauter Jreund des Ob[er] 
ßommifffär] Itlaynberg ift, follgelegentlid) einmal 
meine Meinung über die $d)önbeit eines Stadt- 
tt>or$ uernebmen, und ob id) gleid) mehrere 
fd)öne (Tbore gefeben, aud) felbft dem Bau 
zweyer beygewobnt l)abe t die ebenfalls mebr 
gegen die Jeinde der Cicent-ßaffe als des 
Vaterlands angelegt worden find, fo weite ich 
dod) gern meine dunckeln, oder böcbftens klaren 
Jdeen ein bisgen aus Büchern deutlid) machen, 
und diefen Zweck b*b* id) durd) 3l)re ßütig- 
keit f fo uiel als nötfyig erreicht, ßur $d)ade, 
id) batte mid) auf eine Rede gefd)ickt, die id) 
wies zum Knoten kam, nicht halten konnte. 
Hernlid) die 0öttingifd)en (Tbore, (auf diefe 

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£ld>tcnb«rg$ mäddjm 



nemlid) war es angeTeben), Tollen keine Bogen 
und kein anderes Gewölbe baben, als den 
blauen Gimmel. Bey Tolcben Vorfcblägen weint 
freylid) die ard)itectonlfd)e t12ufe und überträgt 
die Sadje dem lUauermeifter. Alles, was id) 
bey der Sad)e getban babe, war zu verhindern, 
dafj keine GUürfel auf die Sptye gehellt wurden, 
da^ keine JTnanas auf den (Tborpfoften einer 
Stadt blüben mögten, wo die Kartoffeln kaum 
in der €rde geraden. JTud) den Jlrtifdjocken 
babe id) mid) widerlezt und eben To den Urnen 
und Blumentöpfen, wo dagegen geraden, daf* 
man Ja Blumentöpfe da baben wolte, man 
lieber gelben £ack und die Viola matronalis 
in Natura fyinftetlen mögte, als die Bildung 
derfeiben unfern RünTtlern überlaTTen, die ibren 
Stil an den Jufjbänken verdorben und Tid) daber 
Telten über b Zolle über die ßoTTe erböben. 
€$ werden alTo wobl der Stadt £eu und der 
Cüneburgifdje I)engft und 3war von 1)6. ßabl 
in ßaTTel gearb[eitet] Tid) einander Wappen 

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Cid)tenbergs niädcfyen 



weiTen und 0eTid)ter Tcfcnelden, und Jeder Pfoften 
Toll aus gekuppelten Dorifd)en Pfeilern beftel>en, 
juft ttark genug, um den blauen Gimmel zu 
tragen. 3d) f>attc einen Plan im Ropf, der 
würklid), red)t wenig 3U Tagen, von der JIrt 
war, von denen man 311 Tagen pflegt, dafj Tie 
fid) gewafd)en bitten. Das (Lbor Tollte einen 
Jronton erhalten, auf deTTen Td}arfer Rante id) 
einen Globum coelestem und eine Punfd) 
Bowle nad) JIrt der Würfel balancieren wolte, 
um Tie Tollte ein Rrantj aus ßoquarden, Zwie- 
back und RoTen nebft (Zitronen Sd)aale Bändern 
gefd)lungen Teyn mit der Ueberfd)rift Omni- 
bus idem. Zwifdjen die (Triglyprjen hatte id) 
in die Quadrate Ittettwürfte, ebenfalls Zwie- 
bäcke in Pytf>agorifd)en (Triangeln nebft Pott- 
kud)en geftellt. Jn den 3ronton nad) dem Jelde 
Tolte Rulenkamps Silhouette mit dem fßatri- 
kulwerk aufgefd)lagen und der deutlichen Zaf>l 
999 und der ünterfd)rift kommt l)er zu mir 
)u fteben kommen; nad) der Stadt zu Tolfen 

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Lichtenbergs tTJädd)en 



Stocks und Fßaynbergs Silhouette geftellt werden 
mit der Unterfchrift Stockio et Maynbergio in 
Philistaea Leinana conss. 3m Schlufjftein 
nach dem Jeld hätte 1d) eine Fuchsfalle abge- 
bildet, auf dem andern aber gegen die Stadt 
einen Judjs im (Taubenhaus, oder auch den 
Storch, wo er den 3ud)s auf eine Jlafdje milch 
inoitiert, in die er mit feinem dicken maul nicht 
hineinkann, oder To etwas. Sagen Sie felbft, 
liebtter r)C. Profeffor, ob es nicht fchändllch ift, 
in diefen (Tagen des dringenden Genies folche 
Sachen zu unterdrücken, Ja ich habe fogar ge- 
dacht, ob man nicht felbft dem örönder und 
Weender (Thor Flügeln das Jlnfehen oon einer 
Fuchsfalle hätte geben Tollen, um einen zudring- 
lichen Poftwagen nicht fowohl auszufchlie^en, als 
vielmehr ju fernerer Behandlung einzuklemmen. 

JHlefn nun Scherl bey Seite, und (den 
Dank zu JTnfang allein ausgenommen) zur 
eigentlichen Jlbficht meines Briefs, morgen 
Jlbend wird ein armer ttlenfd), den Ich I" 



Osnabrüd* gekannt babe, zu guter Uzt 3U mir 
kommen, und auf meinem 51ügel einige piertdje 
Jlrien oorfpielen und die Jungfer Stedjardin 
wird ebenfalls da feyn, weil id) \)\er fd>on i)alb 
und balb uerfproeben f)abe, den Prof, lUeifter 
aud) zu bereden. Rönnen Sie alfo morgen aus- 
geben, liebfter 1)61. Profeffor, fo gefdjäbe mir 
ein großes üergnügen, wenn Sie mld) um die 
gewö'bnlicbe Zeit befugen wolten. Sie follen 
etwas Spargel und etwas Klein bey mir finden, 
aud) allenfalls die bewußte Jlr^eney. Schlagen 
Sie es mir nidjt ab. 

3d) bin mit uollkommenfter F)ocbad)tung 

Dero 

ergebender Diener 




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£id)ttnb<rg$ rßäddj«n 



11. 

P. P. 

Was id) bisbcr ausgcTtanden babe, liebTter 
l)err ProfefTor, kann id) fymn nid)t mit ©orten 
beTd)reiben. Das gute, arme 112ädd)en To ent- 
Tezlid) leiden zu Teben. Sic gleid)t Tid> gar 
nid)t mebr, To dafj wenn id) Tie uerliebre, id) 
gar nid)t werde glauben können, da$ die ver- 
Ttorbene, die Tey, mit der id) umgegangen bin. 
Cs iTt ein erTtaunlid)er Jammer, geftem mittag 
wenn id) ibr zurief, ob Tie mid) nod) kenne, 
Tal) Tie Tid) um, und nannte mid) mit zitternder 
Stimme, und durd) die fürd)terlid)e Maske Td)ien 
die alte Jreundlid)keit durd), geTtern übend kannte 
Tie mid) nid)t mebr, Tie börte mid) nid)t einmal 
mebr. Sie fingert auf der Decke und läfjt alles 
ins Bette geben. 3ezt, da id) diefes Td)reibe 
fafelt Tie wieder laut immer uon meinen Jnftru- 
menten im Saal, und ob mir die mutter red)t 
aufwarte, man bat tyrSenf-Pflafter undSpaniTd)e 

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Ortenbergs mäddjen 



31iegen gelegt, beute morgen 2 mal zur Jlder 
gelatfen um den Brand zu verändern, und um 
12 W)r S Sd)röpfköpfe auf den Rücken gelegt. 
Sie kennt aud) ibre eitern wieder, id) felbft 
babe mid) beute n!d>t gezeigt, weil id) es nld)t 
mebr aus galten kann, Tie in diefem Jämmer- 
lichen Zuftand zu feben. Denn id) bin würklid) 
durd)mein Ulacben (id) fi$e nid)t auf, weil Ceute 
genug da find, fondern id) kann nid)t fd)lafen) 
ganz weid)ber#g geworden. Die Jlerjte hoffen 
wieder. Ißid) dünkt aber, es ift alles vorbey, 
denn id) bekomme kein Geld für meine l>ofnung. 




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Cld>tcnbergs Mädchen 



12. 

Ciebfter Jym Prof elf or! 

Was fagen Sic zu unferem ^aufc ? Jfls 
mein vortreffliches ftlädd)en 2 Stunden wegge- 
tragen war, ftarb die kleine Dieterid). Sie f)aben 
fid) alle Stunden nadj einander erkundigt und 
ihre Rul)eftätten find hart neben einander. Die 
kleine Stedjardin ift ein Opfer der Jlrzney- 
Wiffenfcfraft geworden, da$ ift wol)l gewllj. 
3d) lief* alles gefd)el)en, denn id) Tai) voraus 
wie entfezlid) marternd es feyn würde, wenn 
Tie dennod) geftorben wäre, fid) vorwerfen laffen 
zu müffen, fie lebe noefy, wenn man den Jlerzten 
gefolgt l)ätte, Diefer Rampf war mir der bärtfte. 
— €$ ift alles vorbey und id) bemüfce mid) gar 
nid)t mel)r an das vergangene zu denken, und 
nad) grade fange id) an einige Jertigkeit darin 
zu erlangen; 3d) bitte alfo £w. tt)ol)lgeboren 
mir die €bre 3|>res gütigen Befucfys zu erzeigen, 
undzwar, wenn es ot)ne3!)reBefd) werde getieften 

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£id)tenb«r(j$ IHäddjcn 



kann, näd)Tten Sonnabend, und näd)Tten 
Sonntag zum Abend €tfen. Sic finden mid) 
auf einer gan$ andern Etage, in einem meiner 
vorigen Zimmer und fj€. Dieterid) bey mir. 
Wir fd)lafen beyfammen, in dertelben Stube 
nid)t weit von IJakfelds. Schlagen Sie 
mir dod) diefe Bitte nid)t ab. Sie tollen keinen 
befd)werlid)en ©einer oder Rläger finden, über 
alles das bin id) weg, und Jreunden etwas 
vorwinfeln, ITt nie meine Sadje gewefen. 5d) 
erwarte Sie alfo übermorgen um 7 U\)x des 
Abends gewifj, id) glaube alle 3l)re freunde 
bey denen Sie etwa engagirt feyn konnten, 
würden mir gerne in einem told)en Talle nad)- 
tte(>en. Die kleine Dietrichen wäre näd)ften 
31ten Jlugutt 21 3al)r alt geworden, I)ätte id) 
nur die meinige to lange behalten. Sie ttarb 
4 3al)re jünger. 



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Rotenbergs Madien 



13. 

5G. Prof. Itteifter, 
Woblgeboren. 

3d) freu« mid) außerordentlich auf morgen 
Jlbend, folte aber die Witterung fo elend feyn f 
wie Jezt, fo will id) lieber des großen Ver- 
gnügens Jbrer 6etellfd)aft entbehren als fynen 
zumuten auszugeben. Was die Gigentcbafften 
des Gertzens betrifft, fo kann felbft Dieterid) 
nid)t leugnen, daß die kleine Stecbardin feiner 
(Tod)ter darin überlegen war. Dieterid)S (Tod)ter 
war auffahrend und eigenfinnig, bereute es 
aber bald wieder, die meinige gab immer nad) 
und ließ fiel) alles gefallen, und bat mid) febr 
offt mit nachgeben befd)ämt. So waren Tic aud) 
während ibrer Rrankbeit, die eine febrie befftig 
und war gleid) außer fid) wenn nid)t äugen- 
blicklid) da war, was fie wolte, mad)te einen 
Unterfd)ied zwifeben Perfonen und Jagte Ceute 
weg, die andere f>lngegcn fprad) mit dem lieb- 

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£id)tenbera$ mädd)cn 



rcid)ftcn (Ton mit Jedem, niemand konnte Tld> 
der (Tbränen enthalten, wenn Tie Tprad), und 
1d> würde Tcbon Tebr viel ruhiger Teyn, wenn 
id) den (Ton ibrer Reden uergeffen könnte. 
Dod) was bilft das alles Tie kommt nidjt wieder. 

I)ier überTende id) 3bnen ein paar 0edid)te 
auT mamTel D[ieterid)]. Das kleinere Ut oon 
|)€. Sacken, einem Tebr guten tUenTcben, 
der im I)auTe logirt. Das andere bat 
(Tutenbera getutet. 




46 



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14. 

[5. Jluguft 1782] 
3d) danke 3l)nen taufendmal, liebfter l>e. 
Profeffor für 3l)r mit lo vieler freundtdjaftlidjer 
Gmpfindung ausgedrücktes Beyleid. 3d) werde 
alles uerfudjen was Tie mir ratzen, fßein Schmerz 
ift außerordentlich; To bald id) alieine bin, glaube 
id) könne es nidjt ausdauern r allein eine 
0eTellTd)afft, wie die tyrige, würde mir die Sadje 
nod) fdjwerer machen. 3d) felje lieber £eute um 
mid), die die Perlon nid)t gekannt haben, und 
die Tie wenig IntereTtirte. 3d) bin nie in meinem 
Eeben in einem Teichen Zuftand gewefen, die 
Umftände find gar zu traurig gewefen. €ine 
To vortreffliche Perlon, in dielen 3af)ren lo leiden 
zu fehen und mit To vieler Bedult, und die alles 
mit einem (Ton Tagte, was Tie nemlid) im Grnft 
und bey VerTtand Tagte, den id) gewiß In meinem 
£eben nicht uergeTTen werde. Die lezte ßad)t 
um t>alb 4 des Morgens rief Tie in dieTem (Ton 
gute ßad)t, rührender und herzbrechender konte 

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Cld)tenb«rg$ mädd)«n 



wol)l für mid) in diefer Cage nid)t$ getagt werden. 
Die Cüortc fd)allen mir nod) immer in den Of)ren, 
To wenig fie wobl aud) die Cange Had)t gemeint 
Ijaben mag, in welcher Tie fid) fd)lafen legen 
wolte. (Denn fie irre redete, fo fprad) fie wie 
gewö'bnlid) nur faft etwas langfamer und da 
kamen Sie und f)C. Dr. Pikel etlichemal uor. 
Sie ift 17 3al)re und 39 (Tage alt geworden. 



Jezt nad) dem (Tode, fagen die Ceute, gleicht 
fie fid) völlig wieder. Sagen Sie doch dem 
pC. Adean, da$ mid) die fyrrn bis auf 
Donnerstag oder Ireitag oerfd)onen. lieber- 
morgen früj) wird fie begraben. 




4« 



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Ortenbergs niäddjcn 



15. 

r)ierbey babe i<b die €l>rc f fyntn die 
Sortierung der guten, männlichen Reife - 
befdjreibung zu überfenden. 3cb bekomme Tie 
früb genug wieder, wenn Sie mir Cw. Woblgeb. 
künfftigen Sonntag Abend mitbringen, wenn 
anders die Reife obne Mütter nad) dem 
Brucb Sie nld)t Rindert mir die €bre 
zu geben. 

Den Ginfall: Salutat te Dominus meus 
Käthe bat der ebrlicbe Dr. Eutber von mir. 
3d) babe vor 3 Jabren einmal an die ver- 
dorbene Stedjardin gefdjrieben: JIn rjerrn, IJerrn 
Maria Dorotbea Stecbardin. Es ift dod) nid)t$ 
neues mebr unter der Sonne zu finden. Taft 
bätte id) vergeffen, zu fagen, daf> diefes eine 
Anmerkung zu p. 39 beygebender Reifebe- 
fd)reibung ift. 

Ueber die Befcbreibung der Ubr zu Weimar 
war id) von anfang betrübt; 3e langweiliger 

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Elbenbergs mäddjen 



ffe wurde, defto munterer wurde Id), und als 
es nid)t met)r auszufallen war lachte id) gan$ 
laut. Sie ift einer 5brtfe$ung wertl), folgendes 
möd)te Tid> nld)t übel ausnehmen: 

Wenn man der 6ottes~£teder müde ift, fo 
drückt man einen Zapfen, auf dem das r}er$og- 
lid>e Wappen grafirt ift, nieder, fo fpielt Tie des 
Morgens um 6 das £ied: 3l)r Schönen f)ört an* 
um 12 bey meiner Sei) warben, da bin id) gar 
zu gfcrn p.p. um 6: wenn du mein Sd)ä$gen 

wilt fein, muf>t du mid) ( ^*** n \ und 

( laffen hinein J 

um rßitternadjt : ad) wenn id) did) nur 

einmal im Bettle drinne l)ätt. Jfm grünen 

Donnerstag zeigt fiel) der Oel~0arten, wo unter 

andern Petrus des fjotjenpriefters Rned)t, das 

Of>r abbaut, weld)es man innerhalb der Ufr 

fallen l)ört, und dod) das 3al)r darauf wieder 

feftfijt.*) Jlud) find die Pofttage auf die netttte 

*) Ulenn diefes gefd)iei)t, fo ruft der Judas 
gantj uerneljmlid) : ßuguk. 

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Elbenbergs ltiädd)«n 



Weite angedeutet, wenn nemlid) ein Pottwalen 
uon Weimar abgebt, to fäl>rt aud) ein Wagen 
uor dem großen Zifferblatt uorbey und die üuf- 
Td>rifft Ie1)rt, ob es derBerlinifdje, Trankfurtt)itd)e 
oder Hürnbergifctye tey, bey den Briefpoften itt 
es ein Reuter, die Rayferlidje l)at gelb und 
Sd)war$. Die Poftillione blafen alle, welches, 
obgleld) das \)orn kaum To grotj itt als ein 
mattier, dennodj fo ftark klingt, als ein ge- 
meines Pottl)orn. Die Sonntagspott bläfjt ol)ne 
Cieb und of>ne Wein, für die übrigen bat 
man Sadon, Sadon, gewählt. 

ehemals zeigte die U\)v auefy die (Tage an, 
da Bier auskommt, dieter CTeil itt aber Jejt in 
Unordnung, weil die Bierbrauer, die unter des 
5od)feeligen l)er$ogs gnädigTter Regierung fefcr 
ordentlid) giengen, jeU durd) die £änge der 
Zeit etwas zu tpät gel)en. Diefes ift wieder 
eine Hote ad p. 104 der Reifebetdjr: 

€w. Ulol)lgeb. oerzeyljn das abfdjeulictye 
Zeug. ld) war eben in der Caune, weil mid) 

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Dd)t«nberg$ niädd)«n 



der cf>rlid>c r aber leere und langweilige 
Hackmann uerlaffen f>at 9 und über (id) Will 

nid)t boffen durd)) die 5rau Ijau&männin zu 
Münden feinen Weg nad) ßattel genommen bat. 

d. 20 Sept. 62. 




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Ortenbergs llläddjen 



16. 

[d. 10. Sebruar 1783.] 

P. P. 

IJierbey habe id) die Cljre, Gw. OIot)lgeb. 
ein Bud) zu übertenden, das Sic gewifj n1d>t 
ol)ne herzliches Cächeln Ictcn werden. 

3d) wollte es zum morgenden (Thee beym 
Rirchengang anraten, zumal da magitter 
llöbeling predigt. Der Verf alter oder Be- 
arbeiter (das lejtere wohl vermutblich) ift 
1)€. Müller, der Verf äff er des Siegfried von 
Eindenberg. Der Verfatter hat es mir, ohne 
daft id) fbn weiter kenne, zugeflickt. Cs ift 
fooiel Ründe, in der ßompotition, simplex 
duntaxat et unum und fo viel td)öne$ in der 
Ausführung, da$ id) es, der übrigen Be- 
weite ungeachtet, für kein deutfd)es Produckt 
erkennen würde. Denn die Ceute in Deuttd)- 
land, die fo etwas fehreiben konten , fd)reiben 
fo etwas nicht, das mir U\)x bei dieter Sdjrifft 

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Ortenbergs Ittädc^en 



gefallen bat, ift der durchaus gute moralifd)e End- 
zweck. Cs wird vielleicht eine Cectüre feyn für 
fyxe Jungfer r)anne, wenn fie anders unge- 
bundene (in Bibliopegifdjem Verftand) Bücher 
lefen kan; welches id) nid)t wünfd)e, id) will 
es alfo Refften laffen. Caffen Sie T1d> durd) 
die Vorrede nid)t abfd)recken. 

Fßorgen übend ijabe id) die €l)re. 




Caffen Sie fld) durd) die Vorrede niefrt 
abldjrecken. 



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Elbenbergs mädd}cn 



17. 

Profeffor meifters 
ttlol)lgeboren 

€w. ttlo»)lgeb. 

Heben alle Jlrten uon Unter- 
redungen, id) neljme mir alfo die Treybeit, 
bier mit dem Stoff zu einer pbyfiognomifcben 
aufzuwarten. 

Was war das für ein mann , detfen 
äufjerft gut getroffenes Bildnif* f>icr beyliegt. 

Sias für eine Richtung bat die Rrafft bey 
ibm genommen, die To Tid>tbar um die Hafe 
fdjwebt, was für eine die (Tbätigkeit, die mit 
Jllntenfdjloffes Spannung Im Jluge lauert und 
nur auf Kornes- Allignirung und auf den 
Druck des Zäpfgens wartet ? geftodjen ift fdjon, 
es bedarf nur des 5aud)es der 0elegenl)eit To 
gef)t alles lof>. War der mann ein Rünftler 
oder ein Didier, der Howard oder der ßartoudje 
feines Voldts, Gegner oder Lamettrie, Rüttgerod 
oder Boerl)aue? 



56 



Od)tenb*rg$ tHäddjcn 



Beliebendes üerliegeltes Zettuld)en enthält 
die JIuflö'Tuncj, die nad) Belieben eröffnet werden 
kan, aber dod) fogkid) nid)t. 

Da$ Bild bitte id) mir wieder zurück au$ t 
indem e$ nidjt mir gehört. 




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Cldjttnbergs mäddjcn 



18. 

Motto: Uäd) oiertelftündigem Bedacht 
Wird dicTcr Zettel aufgemalt, 
Johann Fiermann Slmmen wurde am ver- 
gangenen Jreytage an einem Ort drey (Heilen 
oon 0otl>a lebendig und langfam gerädert, weil 
9 Itlordtljaten auf 1f>n gebracht worden find, 
Das Rind einer Verwandtin, die er ebenfalls 
ermordet bat, naf)tn er beym Bein und fd)lug 
es mit dem Ropf an den Ofen und lief* es für 
todt liegen. €s kam aber wieder zu fid), nur 
war \\)m das eine Jluge ausgefdjlagen, und be- 
findet fid) jejt im l)ofpital zu öotba. Der 
Herzog bat lt>n zeichnen laffen, und fein Ceben 
wird befdjrieben. Den ttlund abgerechnet, worin 
mir das pfeifenwoliende nid)t gefällt, foll das 
übrige wol)l 1^6. Caoater uiel zu fdjaffen machen. 



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19. 

IJier kommt ein Band Bernoullifdjer Reiten. 
F)C. Sanders Rheinfall bey Schaffhaufen 1 Tt ein 
wenig gar zu febön, ich möchte wohl Witten, wo 
er nod) Worte l)er finden wolte, wenn er einmal 
eine ftürmende See vom Ufer aus angetehen 
betchreiben wolte, dergleichen id) im Winter 1775 
zu Scheveningen geteben l)abe. Den Ausdruck 
Ocean von kochender ttlild) bat er tdjon, alto 
bliebe ihm nichts übrig als eine Itlild)ftra^e 
von IHild). Die Seereife war mir das ange- 
nel)mfte; id) fahre gern auf der See mit andern 
Outen, während des id) felbft auf dem ßanapee 
auf dem fetten Cand liege. Der verdammte 
.Hbkürtjer, man folte es allen Ceuten, die Reffe- 
Betd)reibungen abkürzen, fomad)en, wiemans 
0umpred)ten gemacht bat, da das Rnäblein 8 
(Tage alt war, to liefen Sie es vielleicht endlid). 

IJeute um 1 1 Uhr wehte der "Wind ein Tenfter 
in einer Stube über mir auf und warf eine 
Schachtel mit gebranntem (Zaffee herunter. Da 

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Ortenbergs Itläddjen 



bättcn Sic tcl)cn wollen. Cin lllaf)ler der einen 
Ißanna-Regen in der tflüfte bätte vorteilen 
tollen, l)ätte Ijerrlidje Stellungen zu copieren 
gefunden. €$ waren aud) in der (Tat einige 
Rinder Jsrael mit darunter. 




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Ortenbergs TOäddjen 



20. 

Jür den überfandten Brief danke ich ge- 
borfamft. 3d) kenne die Sd)reiberin U\)r gut, 
und habe hier und da das Gegenteil von dem 
was Tie Tagt deutlich durchgefehen: Sie können 
nicht glauben was Baldinger dort von Böttingen 
tprldjt, ich möchte wohl die Betreibung des 
ProTpeckts fo fortlegen: 

Jnwendlg in der Stube fijt mein mann, 
ein wahrer Diogenes am IJofe, der Je$t keinen 
(Fabac mehr rauchen darf, und da räfonnirt 
über die Profefforen zu Böttingen was das 
Zeug galten will, theils weil wir wegen unlerer 
td)led)ten Erziehung (und lieber 0ott was kann 
man von CangenTal^a und 0ro$ ßoltern er- 
warten) nichts anders zu tpred)en Witten, und 
theils weil wir dem Eandgrafen dadurch eine 
Schmeichelei] machen, der nichts lieber hört als 
wenn man Böttingen lächerlich macht ttllr 
fdjonen unterer betten Treunde nicht, und haben 
einfalle, wogegen des Jechtmeifter Birchlein 

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£id)t*nb«rgs I12ädd)«n 



feine zu Jena gar nld)t$ Und, über die Ceute 
denen wir am meiften dort fdjmeidjelten, und 
zwar l>aben wir Tie in Gegenwart von Ceuten 
die wir Telbft nid)t einmal nod) red)t kennen. 
Das übelfte bey der Sadje ift, dalj der Profpeckt 
in die Zukunft gar nid)t zu fdjön ift, als der 
aus dem Jenfter, denn wenn der Rammer diener, 
der uns l>ict>cr gebracht bat, oder der alte 
Serenissimus felbft mit (Tod abgeben folte, 
fo ftyen wir vermutlich weil der Grbprin) nichts 
weniger als Jenenfer ift, und für fid) felbft bat 
mein Mann keinen Wittwengefcalt ausgemacht. 



Diefen etwas freyen Spott rechtfertigt ein 
Brief von ßaffel, worin mir gefagt wird, da$ 
der Ijanswurft dort febr übel von mir redet. 



& cet. & cet. 




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EId)tenb*ra$ tttäddjen 



21. 



Ijerrn Prof. tHeiTter 
ttloblgebobren. 

Cw. Cüol)lgcborcn werden fid> dod) wobl 

aud) nid>t präfentiren laflen. 3<b 

gewifj nld)t. 3d) !>abc togar Ordre getollt, 
wenn etwa mein Blty Jfbleiter ein .Hnbringer 
werden folte f daf) getagt wird, fd) fey aufs 
£and gegangen. Ulenn mld) alfo Cw. OJoblgeb. 
dielen Jlbend zu Rerftlingröder Jeld tpredjen 
wollen, to dürfen Sie mir nur die Ebre auf 
meiner bekannten Stube erzeigen, denn id) 
balte Rerftlingröderfeld l)ier f und ßoure den 
Gel). Rätben Jenfeits des Weinbergs. 

d. 4. Jun. um eilf. 




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Dd)t«nb«rg$ Itläddjcn 



22. 

Ew. ttloljlgeboljren fdjicke l)ier 
Das geltem Jlbend verfprodjene Bier. 
Obs gut ITt kan voraus nld)t wiffen 
l)ätt ertt draus felber trinken müffen. 
Aus einer Jlafdje 0eftalt und 0efid)t 
Erkennt mans Bims Güte n1d>t. NB. 
So wie flc da im Reiler tteben, 
Sie Ad) wie Eyer äljnlid) fel>en. 
Ilad) diefem IJieb auf l)E. Eavater 
Sez id) ein Paar (Trinck-Regeln ()er. 

ßtyampagner beftert man mit tdjütteln 
Jlllein das Bier verdirbt vom rütteln. 
So wies dem (Trincker Rul)e glebt 
3uTt To es felbft die Ruf)e liebt. 
Und kommt es einmal ins 0ezitter 
So td)meckt's von Oben bis Unten bitter. 
3tt zwar an fld> nfdjt ungefund 
Betrübt nur gar fel>r Zung und lUund 
Md) ftellen Sie's nid)t beyn Ofen bin. 
Warum? Es ift ein Mob'le drlnn. 

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3m kalten rul)t es Tender Zweifel, 
3m warmen Tpringts wie 1000 (Teufel. 
Denn eine Bouteille Burton-Jlle 
3Tt Glas und Bier wie £eib und Seel, 
Und manchen, der die Seel vertragen, 
!>at offt der Ceib maus todt geTd)lagen. 
C$ tobt alsdann wie Ylit'r und Sulpfyur 
man könnt's wof)l nennen flieTend Pulver. 
Terner el)' man tid) zum (Trinken rüTt't 
Der Rorkzieb'r wof)l die IjauptTad) ift. 
Denn ofyne dielen gerjts nicht raus 
Und kam mit Gabeln das gan$e IJaulj. 
Ratio? die läM fld) nicht verTteljn 
Obn in IHatbeTin neinzugeljn: 
NB. Die Korcke beftet)en insgemein 

JIus Cinem Regel, dieTe aus zweyn, 
Die mit den abgeftumpften Spieen 
JTn einem Stück zufammen Ti$en, 



Praeter propter von einer Sand Ubr 
Cben fo ift die Tlafcfye gegotfen 



Dadurd) bekomm'n Tie die Jigur 




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Attenbergs mäddjen 



Daraus wird dann nun folgendes gefdjloflen: 
I« Da$ der Rorck erft dichter werden muf>, 

JIus diefem giebt fid) ein zweyter $d)lu$: 
2. Daf>, gäbe der Rorck nid)t endlid) nad), 

man ziehen könt bis an Jüngtten (Tag. 

Zum $d)lu$ wünfd)' guten JJppetit 
Und terjick den Jungen fort damit. 




65 



Cid>tenberg$ mädd)«n 



23. 

[etwa 20. September 1788.] 

(Tautendfältigen Danck, liebfler fyrt l)of 
Ratf), für Jljren gütigen Ulunfd), was dergleichen 
Vorfälle, mir wenigftens, l>auptfäd)lid> angenehm 
madjt, find grade Toldje Äufferungen wahrer 
Jreunde dabey, als Cw. (Dof)1gebol)ren Billet 
enthielt. (Denn man aud) nidjt die minderte 
Urtadje f>at an Jemandes Treundfctyafft $u 3weifeln: 
fo liefet man es denn dod) aud) 3uweilen ein- 
mal gerne, dafc man nidjt Urfadje babe zu 
zweifeln. 

Jür die gütigft gegebene Jnftruction dancke 
id) geljorfamft 3d) mu$ mid) nur in adjt 
nehmen, dafj id) die Guinee nid)t in den Brief 
an die (Zuratoven einfiegle, das wäre ein oer- 
3Wickter StTeid). So etwas kö'nte gefd)el>en, 
was tl)ut der Ittenfd) nidjt in den erften (Tagen, 
da er r)ofRatl) geworden ift! 

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Cld)tenberg$ mäddjcn 



f)Ur folgen nod) einige Büdjer, nid)t *um 
gan$ lefen, denn den IJonig, womit die perren 
Schweiber öesners Urne feit einiger Zeit be- 
pinseln, mag id) wenigftens niebt kotten. Unter 
!)errn 3ol)an 0rob'$ Sinngedichten find einige 
red)t gut, und daf} Tie cum creta und nld)t 
cum Bleyweifj angeftridjen find lä$t tynen fo 
übel nid)t. Jm Deutfd)en Merkur bat mir das 
€f)ftnifci)e Ciedd)en S. 421 oor*üglid) gefallen. 
Sd)ade nur, dafj id) kein ©ort davon oerftanden 
bab*. Jlllein da$ e$ nad) der Melodie: 

Jünf mal fünf itt fünf und jwantjig, 
Jünf mal 6 Ift 10 p, 

gel)t, t>at mid) ungemein gerührt. — Die blauen 
Büdjer bitte Id) mir etwa ^wifdjen beute und 
Donnerstag Jlbend wieder geborfamft aus, die 
braunen gehören mir und ftefcen auf Jede be- 
liebige Zeit )u Befef)l, vielleicht Ifcfct fie aud) 
wol)l Jungfer l)anne einmal. €$ war ein ge- 
wagtes Stückchen von l)errn Müller einen Tünd- 
ling post Fieldingium $u fd)reiben. 



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Ortenbergs röäddjen 



Run will Id) Gw. OJohlgebohren einige 
Bemerckungen von mir, die id) 3ufälliger Kleine 
vorigen Sommer auf dem Garten gemacht \)abe 
mittheilen: 

Jim 512 J ulii nachmittags 3Witd)en 1 und 
2 Uhr Tal) id) die erfte OJatterhote in meinem 
Ceben. Gs kam aus Kletten eine würcklid) 
fürchterliche OJoIcke angerückt, nachdem id) diefe 




mit Grauten wohl eine halbe Stunde betrachtet 
hatte, um mich )u übe^eugen ob es ein Donner- 
wetter wäre, gieng id) endlich an das nördliche 
Jenfter und da ward id) diele telttame Gr- 

tcheinung gewahr. 

JIus einer fd)war$en UJoIcke und vor einem 
dundteln Grund fytinq der Jlfchgraue Zapfen 
herab (1). Das untere Cnde bewegte tid) 

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£icf)t«nb«rg$ Madien 



Uf)t Tonderbar, wie ein Giranten Ruttel, 
(Tcbwän^elte) p nad) einigen lllinuten nafjm er 
die Tigur und £age von (2) an, Td>wän$elte 
endiid) wie in (3) hinauf und verTcbwand. 
mir war nid)t Tonderlid) ju lüutbe dabey, mid) 
in einem einzeln Ttebenden flaute To belagert 
3u Teben. JndeTTen börte fd) keine Donner und 
Tai) aud) keine Bli$e. Cndlfd) kam die weft- 
lid)e Ololcke herüber, und da$ war der fürchter- 
liche Regen, deTTen Ticb vielleicht Gw. OJof)l~ 
gebogen erinnern werden, es war ein Sonnabend, 
und e$ bat dlcTcn ganzen Sommer nie To ge- 
regnet. JIIs die ttlolcke über dem Weinberge 
gröTtentbeils weg war, fieng Tie an zu donnern, 
an denselben ßaebmittage wurde }u ^alle ein 
Student auf einer ITlüble vom Bli$ getödet. 
Die OlaTTerboTe batte ein To bi*are$ JlnTeben. 
da$ alte Kleiber auf der ßbautTee mit mir 
berauf Tprad>en: Olat mag dat wobl Tyn? 
€k weet et TülweTt nid), war die Antwort 
Jim Vjn und 10 JIuguTt börte id) eine 



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Dd)Unb«rg$ mädd)«n 



llad)tigal fchlagen. Id) hörte das fd>nal$en und 
knurren derfelben fehr lange an, mit dem id) 
to bekannt b1n f daf> es mir die tlachtigal To 
flcher verräth, als das Bellen den l>und, auf 
einmal brachte Tic (Töne hervor, keinen der ge- 
wöhnlichen, id) meine keine der gewöhnlichen 
Ittelodien, fondern mehr phantafirend traurig 
faft wie die Jimlei, diefes frappirte mid) auffer- 
ordentlich, Tie flog bald darauf weg, allein den 
Sonntag hörte id) Tic wieder und länger. 

flun ein luftiges Stück aus der Sd)aaftactick. 
Jim 1 5 Junii ülorgens unter der Rird)e wurden 
Sd)aafe vor dem öarten vorbey getrieben, es 
mochten etwa 50 bis 60 Stück feyn. Diefe 
reifte das vortreffliche Gras, welches neben an 
t> n 

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£icf)t«nbcrg$ niädd)«n 



der ßbauffe* wäd)ft; fle f raffen alte febr gierig, 
alkin dabey mufte fort gegangen werden, Cs 
wurde alfo von den $d|)aafen fo gehalten. 
A A ITt die ßl)aultee r B B der örasftrelfen, 
CC etwa 30 Sdjafe, die davon freffen. D D 
2 $d)äfer, E der ljund. So wie Tid> nun die 
Schäfer der ßolonne näherten, fo brachen die 
erften Sdjafe ab und gallopirten nacb dem 
lincken Jlügel binten tyxum und fraffen da fo 
lange bis diefer wieder der Recbte wurde, da- 
durd) entftund eine (Zolonne obne €nde, wovon 
die IJälffte ftille ftund und die andere lief. 
JIIs id) es bemerckte gefiel es mir blos, als es 
aber fo regelmäßig fortgieng und jwar foweit 
nur mein Jluge reiben konte, fo fiel id) in ein 
lautes Cacben. 3d> bin übe^eugt, der Jlnblick 
würde Cw. Cüoblgebobren grofes Vergnügen 
gemaebt b^ben. Das Euftige der Scene wurde 
nid)t wenig durd) die Gleicbgültigkeit der Scbäfer 
dabey erböbt, die in einer febr vertrauten Unter- 
redung begriffen waren, aber wobl mit Jleif* 

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£id)tenb«rg$ IHäddjcn 



langfam giengen, well das 0ra$ Pars salarii 
der CUegauffeber |ft f und es gerade unter der 
Rircbe war. einen tolcben Graben mit dem 
uortrefflid)ften 0rate verpachten diefe armen 
(Teufel, wie id) l)öre t für I Oraler. Den rjerren 
Geographen, die, felbft töv tcccvu Büfdjing nid)t 
ausgenommen, die 0rö$e der Städte nad) dem 
Umfang td)ä$en, folte man tagen, es gäbe bey 
0öttingen (Bieten mit dem beften 0ra$, die 
eine gute uiertbel Meile im Umfang Ijätten, für 
einen (Tbaler 3U pachten. 

Künftig gebe id) €w. (Doblgebobren oielleid)t 
nod) einige Beobachtungen über den Schall, und 
die 0eftalt der (Dolche. 

Teder bat ein r)äu$d)en am Weinberge an- 
gelegt. 3d) will fel>en ob es Cw. (Doblgobobren 
finden können. Ein wabres Qu'est ce que 




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Cidjtenbergs fHäddjcn 



c'est, und aud) vermutblid) ein Zug-£od). 
A ein verfeinertes Jlmmonsfjorn gleid) dabey. 
— nun nod) 3um Befd)lu$ eine kleine Vade- 
mecums 0efd)id)te, die id) kür^lid) gelefen f)abe. 
Jn Italien lä$t der reid)e üdel auf feinen Cand- 
bäu^ern öffters Sd)aufpiele aufführen und 3war 
durd) Sdjaufpieler von Profeffion. Der arme 
madjt tym diefes nad), wie natürlich und da 
giebt e$ öffters luftige Scenen. Ein foldjer 
Prinl* 0f)io lief* einmal einen Directeur kommen, 
und fragte: köntenSiemir nidjt fo etwas auf- 
führen das wenig oder nichts kottete. 0 Ja, 
fagte der, wir müften Jldam und €ua fpielen, 
fo brausten wir keine Kleider, Das ift freylid) 
waf)r, erwiederte Ctyio, aber das wäre wider 
den Oloblftand, nackte Perfonen auf das (Theater 



311 bringen. 0ut, verfe3te der Directeur, fo 
fpielen wir das Stück im Dunckeln, fo brauchen 
wir keine £ld)ter. 




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Anmerkungen 

in 

Herausgebers 



Hbhürjungen. 

L. A. = 0. 0. tid)tenberg's Aphorismen, |>g. uön Ji. 

leltzmann. Erltes rjeft 1764—1771. Berlin 1902. 
Zweites IJeft. 1772— 1775. Berlin 1904. Drittes 
rjelt, 1775—1779. Berlin 1906. 

L. B. = Rettenbergs Briefe, herausgegeben oon Jl. 

Eeitzmann und ßarl Sdjüddekopf. 3 Bände. 
1766—1799. Xeipzlg. Dietericr, 1901. 1902. 
1904. 

L. D. = 0, ß. Ci^tenberg's Briefe an Dietericf). 1770— 
1798. herausgegeben oon Eduard 0rUebad), 
Celpzig 1898. 

L. E. = üus 0. Z. Ortenbergs ßorrefpondenz. heraus- 
gegeben oon Erid) Ebftein. Stuttgart 1905. 

L. S. = Secfcs Briefe Eidjtenberg's. Zu Eduard 0rife- 
badjs fec&zigftem Geburtstage in Druck gegeben 
oon Xudwig Saeng, 9. X. 1905. [Prioatdruck 
oon 8 Seiten.] 



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CidjUnbergs Hlädcbcn 



Zum Efdjtenberg-Porträt. 

Um 28. IZooember $905 teilte mir €buarb <5rife- 
bad? mit öa 6 * m ^^fitjc bes fyrrn Dr. F. (Lraeg er 
in <5rof3=£tcbterf elbe bas lang gefugte Bilb Stettenbergs 
befinbet. €s betrifft eine Copte, 5ie nad? einem paftett* 
portrat von 2lbel gemalt ift; am *6. 2lpril *78* fa^rteb 
Sickenberg barüber an Nicolai: „Das Bilb pon mir, 
bas ta) 3*men getieft f?abe, ift eine Copie, bic aber 
bem (Drtgtnalgemälbe fo ü^ttlid? ift, baß td? unb anberc 
über bie <5enauigfelt unb (Ereue erftaunt jmb. Sie 
gleiten fia) roie jwei tfbbrücfe von berfelben platte. 
Hur ift bas (Original (bas von bem befamtten 2tbel 
ift) etwas flüchtiger in einer eignen ITCanier mit IDaffer« 
färben unb troefen oerfertigt, unb fann ofme (Sias unb 
Hammen nidjt gut vtxfäldt werben, hingegen bie <£opie, 
bie meinem Bruber in (Sottya gehört, unftreitig feiner 
unb 3arter mit bloßen H>afferfarben von bem Darm* 
fläbttfa^enQofmabjer Strecfer gemalt. Das Original 
fojtet 2 unb bie £opie \ Louisd'or. Billig müßte 
barunter flehen: in doloribus pictus, benn id? fyatte 
bamals 2 böfe Ringer, bie mir feine Hulje liegen, unb 
baffer rühren bie oiel 3U Diel gefajloffenen 2lugen. 3a> 
felje ben tenten offner ins <Sefla}t als auf bem <S* 
mä^lbe (L. B. I, 576)." — 

Dor einem größeren Kreife bemonftrterte Qerr Dr. 
Craeget bas Sruftbllb in runben Znebaiflon, bas eine 

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£ld)tenberg$ mäddjen 



miniaturartig feine (Eufcfoeichnung in grau unb rot 
barjteflt (27:22 cm) im Berliner Bibltopbllenabenb 
am \8. 3«nuar J906. Dasfelbe Bilb taua>ie wieber 
auf in der am \2.—\^ tlooember J905 bei £. <S. Boerner 
in £eip3*g ftaitftnbenben LXXXV. 2luction, bei ber 
es unier Xlo. 9*5 als an Cfjoboanedi's Qanb erinnemb, 
in ben Beßfc r>on fjerrn Dr. Htanbeimer in (Böttingen 
überging. Had? biefem Original ift burd? bie Photo« 
graphifdje (Sefellfdjaft in Berlin eine Phoiograoure 
hergefteüt worden, nad? ber id? bas porträt reprobu« 
3teren ouryte. 

IDas bie fonft oorhanbenen Porträts Stoltenbergs 
anlangt, fo möchte ich 3U ben oon 03rif ebadj (L. D., 5. 
128 ff.) gegebenen Daten bemerfen, bag ich auf (Srunb 
ber in ber (göttinger Untoerfitätsbibliothe! unb in ber 
Stäbtifd>en 2lliertums*Sammlung bafeibft beftnblichen 
Bilber bas Scfc>wenterleYfche proftlbilb aus bem Jahre 
\19\ — bas urfprünglid? „Dem ijerrn QofrathKaefhter" 
geroibmet war — mit Koennecfe, Hoethe unb (Srifebad) 
für eines ber beften Bilber fyalie, bie wir überhaupt 
von Sickenberg bejifcen. Hoethe mnnt es gerabe3u 
febj frappant: man brauet nur besfelben Sct»wenter- 

beibe „En face Bilber unb bie fonjtigen Be- 
mühungen um £id)tenbergs offenbar fdjwer 3a faffenbes 
(Befugt 3U »ergleichen." Schuberts Silhouette betätigt 
burd)aus bie Slehniichfeii bes Schwenierleyfchen profils, 
bem wofc>l ein Schattenriß 3U cSrunbe liegt. (<ß. Hoethe, 

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Ortenbergs ttlädd)«n 



feiger für beuifc^es Altertum XXVI, \. febr. wo, 
S. 25.) 

Pen Schattenriß Stettenbergs aus bem Stammburfj 
pon C^r. Q. €smatd) (»gl. beffen Biographie von 
2lbolf tangguttt, Berlin bei paetel, Berlin J905, 
Cafe! III) q.abe iä) meinem Bud?e: „21us (5. <£. tieften« 
bergs Correfponbenj* (L. B.) als Ciielblatt beigegeben. 



Zu den Briefen. 

L 3^ann <£b.rifrian IHeterid?, Stettenbergs Perleger, 
mit bem er in oemfelben Qaufe meinte (geb. (722, 
t 1800). PgL über it^tt n. a. €. ßbjlein, <ß. <£. 
Stettenberg bei feinem Perleger Dteteriä) 3U (Softe. 
§eitfä>rift für Bücfyerfreunbe. februor 1907. 
S. ^66 ff.; ferner 3» Gefärbt, Kalenbet»erleger 
des (8. 3af{rftunberts / hn Börfenblati für ben 
beutfdjen Bud^anbel 00m je. unb 30. Vft&v$, 2. 
9. unb 10. 2J»ril *90«. 

lieber bie 3ungfer Steäfarbin »gl. befonbers 
bie (Einleitung 5. 9 ff. 

2. Ueber Sickenbergs (garten unb (Sartenttaus fiet^e 
bie beiben 2lbbilbungen in E. L., S."«8 u. \oo. — 
Ueber bie Magneten im allgemeinen »gl. bie Tin» 

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Ortenbergs Itläddjen 



fangsgrünbe ber Zlarurlehre von (Ergeben unb £iä> 
tenberg. 6. Aufl. x?9^ 5. 5*3 ff. 
3. fjarffelbin, bic Jrau eines fjuiftaffierers in <5öt* 
ringen ©gl. L. B. II, 3, III. Jos, 237, 2<m. — 
Ueber bie Jungfer fjanne ogL L. B. I, 29$. II, \ 
3*8. III, 29 t — Steuer, Sattot ber Dieteria>fchen 
Drucferei in (Böttingen »gl. L. B. I, 5*6, U, 6, 
III, 29 \ unb Strobtmamt, Bürgers Briefe. II, 270, 
282. III, 85. — Knoop, Budjbrualer in (Böttingen. 

— f riebrid? roar ITteifier's Bebienter. — XTCii bem 
mufeum i)t Botes „Deutfdje HTufeum" gemeint. 

— Utir ijt es nia?t unroahrfajeinlia}, baß ble parobie 
von Bürger's Cieb: „Die Qolbe, bie io? meine* 
fouerjt „oas IHäbel, bas ia? meine)* , betitelt: „Die 
Qere, bie \a) meine", auf bie f leine Stedjarbln 
Bejug fjat. §u ber Parobie bat, roie Bürger am 
22. ©ftober J778 (Briefeil, 3*3) an Boie fa)reibt: 
Glietenberg blos bie 3öee unb bie (ßrunblage her- 
gegeben. Die ganjc Ausführung bis auf ofmgefäljr 
2 Strofen gehört mir". Boie nennt jle „tytxlid}" (ab« 
gebruef t im (Böttingcr iltuf tnalmanad) \ 1 79,S.j 2-j <*). 

„<D was in taufenb §auberpra$t, 
Die Qeje, bie ia> meine, laa?t! 
Zinn fing, 0 £ieb unb fag's ber tDelt: 
IDer hat ben Unfug angefiellt; 
Dag fo in taufenb ^anbttvxadfk 
Die fjeje, bie* ia? meine, laa^t?" 

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Calenbergs lUäddjen 



XV tt fdjuf, 3U frommem (trug fo fajlau, 
3h* 21uge fanft unb himmelblau? — 
Das tat oes böfen tfeinbes Kunft; 
Der i(t ein freunb oom blanen Dunft, 
Der f$uf, 3U frommem Crug fo fajlau, 
3hr tfuge fanft unb himmelblau. 

Wer hat gefotten bas (Seblüt, 

Das aus ben Orangen fkofct unb glüht? 

Der Koa), ben ihr erraten tonnt, 

3n bejfen Küay es immer brennt; 

Der hat gefotten bas (Seblüt, 

Das aus ben IDangen ftrofct unb glüht. 

IDer fajwefelte fo Ii<ht unb flar 
Der «einen fjeje häuf es §aar? — 
Qans Satan, ber 3U aller frift 
Der grögte Sa}n>efelfrämer ip; 
Der fa>roefelte fo liajt unb flar 
Der «einen Qeje fraufes §aar. 

VOtt gab ja Qeuajelreb* unb Sang 
Der §eje holber Stimme Klang? — 
© bie IHuflf ifi beffen wert, 
Der bie Sirenen trillern lehrt; 
Der gab 3U §eud?elreb' unb Sang 
Der fjeje holber Stimme Klang. 

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£fd)tenbcTa$ mäddjen 



Wtt f*uf, o £leblein, mad?* es funb l 
Der Qeje Bruft fo apfelronb? — 
Der 2lbams £rau bas maul gefömiert 
Unb it|it mit Gepfeilt angeführt; 
Der fa>uf, 3ur Warnung fei es funbl 
Der Qeje Bruft (o apfelrunb. 

IDer t>at bie fügäjen abgebreljt, 
IDorouf bie Heine Qere ael^t? — 
<£tn Dressier roar es, ber es tat, 
Der felber giegenfügajen $at; 
Der tjat bie fügten abQtbxtty, 
IDorauf bie «eine Qeye gel^t. 

Unb »er oerfa^ fo fajfangenflng, 

So ^er3 als IHunb mit £ug nnb <Eru$? - 

€r tat% ber ^oflilaje präfett, 

Der in bie IDelt bie £figen $ecfi; 

Der, ber oerfalj, fo fajlangenflug, 

So Qer3 als XHunb mit £ug unb Erug. 

IDie fommt es, bag 3a jeber frift 
2Jpril ber §e$e rOabJfprua} ift? - 
Der Ceufel, ber's ib^r anstatt, 
Cat's ib,r ber Börner »egen an; 
Denn wenn bie ^eje ftanbfyaft roaY, 
Wo nä^m* ber (Teufel Horner tter? 

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Effenbergs rßäddjen 



Den gnabe (Sott, bett fit bettieft, 
Uttb in ihr §aubernefc ©erfhrief i l 
Denn, nidjt für meiner Sünben petrt, 
Blöd?*' i$ bes (Teufels Schwager fein. 
Drnm gnabe (Sott, ben fte berüeft, 
Unb in i^r gaubernefc uer(tricftl 

Zluf eine anbere parobie bes Bürger'fdjen Siebes 
Don K. €. Säubert ftabe i d? in ber geitf Arif t für 
beutfaje Philologie 3b. XXXV, S. 5*5 f. tfn- 
gewiefen. 

4. Das KerjtlingerSber £elb - noa> tyukt wie bamals 
ein beliebter Ausflugsort — auf einem piateau 
hinter bem Qatnberge, eine gute Stunbe von 
(Böttingen entfernt, nennt Lichtenberg bereits u?2 
(L. B. I, $8) ein „entferntes bergigtes purfchenholfc".- 
— Huynhnms, onomatopoetifch für bas IDiehem 
ber Pf erbe; eine Anfpielung auf 3. Swifts (guUtoers 
Heifen (Ueberfefcung t»on Jr. Kottenfamp bei 
Heclam) 4. Bud}. (Keife in bas £anb ber Hauy« 
hnms), S. 262, 26* unb S. 272, wo es l^eigt: „Das 
IDort Hauyhnm btbtmM in ber Sanbesfpra^e 
ein Pf erb, unb in feiner (Etymologie bie 
Pottfommenheit ber Hatur". (freunblidje Httt* 
teilung bes fjerrn <2. Sdjulte-Strathaus in münden.) 

6. Die „flehte" ift natürlich bie Stea>arbiit — 3n bem 
pon Attenberg unb (forper gemeinfchafilich heraus - 



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Attenbergs mäddjen 



gegebenen (Böttingifdjen TCla$a$\n ber IDiffen- 
fdjaftert unb £tteratur erfaßten im I. 3 at ? r 3 an 3 
J780 (S. 2^3—96) oon £id?tenberg: „€inige £ebens* 
umjlänbe" »on £apt. 3ames Coof, größtenteils 
aus f djrif tlicfyen nad?ricfytew einiger feiner £3ef annten 
ge3ogen von <S. <£. fc* 

6. (gemeint ijt: ®rpffeus — eine <Eragifa>Komifd?e 
(5efa>ia>te — von Hl von Klinger, Ceti \— 5. 
vol. III. <5enf bei 3. Q. £egranb, Ceti I unb II J778, 
Cell III 1779/ (im gart3en jlnb 6 (teile erfajteneit). 

7. Populär errors fyat Ittenberg in oerfdjlebenen 
3afyrgängen bes (Böttinger Cafdjenfalenbers be* 
fprodjen. X)gL £aua}eri, Attenberg ufw. <Söt» 
ringen J893. — Die 3 tt Hgfer Poppe mar bie 
Cod?ter bes (Söttinger UnioerfitäJsmeä^anicus, ber 
£idjtenberg gegenüber mobjttt (ogl. (Etjeobor Poppe, 
(Söttinger (Befaßten aus £id?teubergs unb Käft- 
ners §ett. Deutfa?e Hunbfa^au. Dejember X90^. 
S. 4*7 ff.) 

8. Pas Bittet ift in ben UTai (0. 3.) 3a fefcen. 

9. Der „Club" ift offenbar ber Kegel-Club oor bem 
Albaner Cor. (Pgl. L. A. €. 359, L. D. S. \05 
unb L. E. S 5j.) — Die Beilage bes U>eenbertores 
(Stid) t>ort tDleberb^olb) ©erbanfe id> ber £iebens- 
mürbigfeit bes Qerrn Dr. <D. Detlefe in (Böttingen; 
er bejlrjt augerbem nod) eine oon biefem Stid? 

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Dattenberg* Mädchen 



etmas abt»eichenbe Anficht, boch fcheint mir öiefe 
6ie ältere 311 fein. 
10. Z<>k- <Seorg §eitmd? feber, von \768—$7. prof. 
ber Philofophi* in (Söttingen. — 

Bürger färeibt (Briefe III, 87.) mavenberg. — 
UTit ber Viola matronalis überfefct Sickenberg 
bas beutfche „Stiefmütterchen", bas in ber Botanif 
eigentlich Viola tricolor heißt; noch Qe^fes Jremb» 
mörterbuch ift bie Matronalviole eine meißlich 
ober rötlich gefärbte Blume vom <SefchIe<hte ber 
nachroiolen. — Heber ben Bilbhauer S. Zlaty, (^7^8 
bis \8\3) ogi. Hagels Heues allgemeines Künftfer* 
Iejifon. 23b. \o, 5. \o<\. — 

£äber Kulenfatnp (\72^—\7^\ feit J775 reform, 
prebiger unb Prof. ber philof. in (Böttingen, mürbe 
U87 Dr. theo!. (Pgl. pütter.) §u ber Jabel 
t>gl. £}. Stainhoeael. Der mah« erneuerte 
€fopus. Das ift bas wn$t £eben unb fabeln 
€sopi ufm. 0. 3- t ca - 1*80]. S. \07. f. \3. 
Jabel „pon bem (fuchs unb bem Storch" ( m ** 
§ol3fchnitt), bie ich In Ueberfefcung oon Jrieb* 
rieh £*3- Hücfert hier beifüge: 
„<D, feinem barf man fäabtn. TXbtt wenn uns cfiner 
Perlest, fommt ihm basfelbe ju. Dies lehrt bie Jabel. 
(2s foH ber Judjs juerft ben Storch 3 um Waty gelaben 
Unb ihm in einer flachen Schüffei Pff'ge Brühe 
(gereichet haben, fobag felbft bei größter mühe 

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Ortenberg* rßäddjcn 



Der Storcfy ©ort jener Speife nichts erlangen fonnie. 
Iiis er nun wiederum ben f ua)s 3« <Sape Iub, 
Da fefcte er ein balftges (Sefäg ifym vor, 
§errteb'ne Speif entbaltenö. XHitteift feines Schnabels 
03enog er felbjt die Speife, boa) ber <8af* litt Qnnger. 
2lls nun umfonjt ber fuc^s ben fjals ber Sa>üffel lecfte, 
Da fofl ber H>anbert>ogeI fror> gerufen faben: 
„IP03U man felbfk bas Beifpiel gibt, mug man ertragen." 

11 . Die btb^anotlnbtn Uex$tc merben 2Iug. <5ott l, Hilter 
(17*2— \8\2) unb 3ol>. frtebr. Stro^metef ({764 
bis J830) gewefen fein. 

12. Heber ben (Lob uon Bietendes £od?ter t>gL aud? 
StroMmann, Briefe von unb an Bürger. 3b. 5, 
8t. 82. 84. 91 ; ber f$öne <Ero(tbrief Bärgers an 
Dleteria) 00m 30. 3uli J782 ifl jum erften Htal 
genau abgebrucft in „Merlei £ente" ufw. £p3. 1899, 
S. 40 f. 

Stettenberg ftt reibt am \. 2luguft ^ 782 an tDolff 
(L. B. II, *7 f.): „<2s liegen 2 perf onen in unferem 
fjaufe, bie mla) beibe fefjr natj angeben, auf ben 
(Eob, unb ia> bin ootler Betrübnig, bag ia) nia>ts 
benfen mag unb fann." 

13. d t>ar af tertftifd? ift, bag Stettenberg auf bie ergreifen« 
ben IPorte bes Briefes unmittelbar als Slntitljefe 
bief es tDortfpiel folgen lägt. 3otjann Carl Cutenberg 
$at übrigens unter T im Paff, ölufenalmanaa? von 

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Attenberg* Ittäddjen 



J78€ u. \788 einige Saasen ocröff entließt. (t>gl. 
Hebita), Cbjffrenleyifon J875. S. <*3.) 
14, W\t bas Kirdjenbuä) 31* St. 3ofjatmis in (Söttingen 
melbet, ftarb bie «eine Stea^arb, n \l 3atjre alt", am 
3. 21ug. J782, nnb nmrbe begroben am 7. 2Jugujt; als 
Cobesurfad^e tfi ^i^iges (SaHenfleber* angegeben; 
becartiges (Sallenfteber, unter reellem toir t?cute 
eine Sepfis ober etn>a einen ZlbbominaltYP^ns mit 
3cterns compliciert, ©erflehen würben, fommt, fo 
(teilte man ftd} baxnals ©or, „meift mit aftioen, 
mefjr ober minber tnt$nbl\a)tn Ctjacafter t>or, 
(ann aber fefunbär ben afttjenif eben, typ bös fepti» 
fdjen Cfyarafter annehmen" nnb würbe bann als 
w ent3ÜnbIid>e5/nert>dfes nnb fauliges (Baflcnfleber" 
be3etd?net. 

Dr. pifel, fpäter profeffor ber Chemie in ZDüty 
bnrg, ^atte im JDinter \78\ unb Sommer \782 
bei Sickenberg „ genrtrtf a)aftrt" b. fy. viel mit ib,m 
experimentiert. 
16. ^folgenbe OTtrteifangen $u Salutat u. s. w. serbanf e 
ia> einer liebensmflrbigen mitteilnng bes Qerrn 
prof. & <E. Berger in Darmftabt: 

„Sä?on menigetCage nadj feiner Qodfteit fpraä? 
Ittarttn Cutter f^e^af t von „mein Qerr Katerin " 
(<2nbers, Cutters Brief wedtfel Bb. 5, S. 202). 3n 
feinem elften Briefe an bie (öattin (aus Marburg, 
©ft. J52<j) rebet er fle an „Cieber §err Kät^e", ebenfo 

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Ittenberg* mäddjcn 



29. 3uli 153*. 2lm 18. mät$ ^535 nennt er fle 
in ber Unterfajrift eines faje^aften Briefes an 
ben mansfelMfdjen Kaller Iltüfler „Doftor lui^e* 
rln" (€nbers io, 138). 3m Sommer 15*0, in Briefen 
ans €if enadj, nennt er fie ebenfo nrieberfjolt 
„Doftorin Kathrin". Jim 19. tfugujl \ 533 f abreibt 
er an Juftas „Salutat te meus Ketha reve- 

renter" (€nbers 10, 190.) — am *. September 1535 
an benfelben „nostra domina Ketha" (10, 206, 
ebenfo 2*7) „mea domina Ketha". Die fae^eU bei 
Stettenberg ©orfornmenbe XDenbmtg ftet^t in einem 
Briefe an 3ufl. Jonas 00m 28.©ftober 1535 „Salu- 
tat te mea Dominus Ketha c< (€nbersiO,261, 
ä^nlid? 10, 268: „Meus Ketha te salutat*; io, 3*9: 
„Meus Ketha te reverenter salutat". über fdjon 
am 7. Hooemb. 1529 fjeißt es in einem Briefe an 
tttVConittS: Salutat te Dominus meus Keta 
reverenter" (€nbers 7, 183), äfmltdj „Salutat 
te imperatrix mea Ketha, reverenter" (€nbers 
7, 228). Der 5a>er3 ijl bei Cutter fe^r beliebt." 

XUatt^ier (nrfprünglidj in (Boslar geprägt mit 
bem Bilbe bes fjf. IHatt^ias) (= */« *K«ien= 
grofd?en) 3U * 4/ Braunfajmetg^üneburg, fjan* 
no©cr, fjilbesfjeim unb ©snabrücf (im EDert = V* g 
(5t. = Vi XTtgr.); in Braunfd?u?eig bis 183* = 
0,0*16 JL (Hubert Z<^\^, Wage, 03e»id?te u. 
münsen. Berlin. £angenfa>ibt, 1900. S. XXIV.) 

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Cfd)t«nberg$ llläddjen 



— Die Kinber fangen früher: „en dner, an drier, 
en lütten mattier I" Vg!L H, Sprenger, Derfud? 
eines Queblinburger JMoricons (im 3aljrbua} bes 
Oereins für nieberbeutfa> Spraa>forfa?ung. 190*.) 

XXX. S. 32. — 

„(Dfyne £ieb unb olme IPein, bas wäY unfer 
£eben", (Eeji von tDeige, fomponiert von Ubam 
f^ifler. (D9L f. XH. Böfmie, t>olfstümlia?e £teber 
ber Deutfa^en. £p3- J895, S. 255.) 

3m Qebräifdjen f^eigt sadon, genauer zadon 
Uebermut, Qoffart, ijt niajt gerabe häufig (etwa 
ein Du&enbmaQ, fommt aber 3 erem * as 50, 3{ 
52, als eine 2lrt Harne für 3abel uor unb tonnte 
ba^er £idjtenberg befannt gemefen fein, (gütige 
mittellung bes ^erm prof. Dr. <Eb. Heftle in 
OTaulbromt vom J9. 3annar J907, t>ergl. L. A. 
3. ^eft. 1906. S. 85. (E. 300): „Stab* Ulanern 
als wenn fie ilmpl^ion mit Sabon ober bey meiner 
f<$warfcett in bie Qötje gefibbett hätte". 
16. 3o^ann 2luguft dijriftian Höbling, geb. J756, war 
erft Hector bes (Symnaftums für Soeft, bann pre- 
biger an ber 2lIbani*Kird?e in (Söttingen f 14. 3*3- 
J800. Seine prebigten würben »on <£. 2lmmon 
unb K. 21. Xlt. Stiegel ((Böttingen *803) aus bem 
nadjlajfe herausgegeben. 

mit bem 33ua>e, bas £ia?tenberg fjier ansieht, 
ift 3ofjamt «ottwerifj HTüflers von 3*3**1°« 3ua? 

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£l Osenberg* mäddjen 



„Der King 4 *, ritte fomlfä)e <Sefd?id?te naa) bem 
5p an tfd?ctt gemeint, Me mir in ber 3tt>eitett zt&U 
mäßigen Ausgabe mit Kupfern von Hiepenfjaufen 
unb Sc^menterlev ©orliegt. ((Köttingen bei Dieteria>. 
J788); bie Porrebe umfaßt XXXII geilen, Harten- 
berg, ber mit bem Perfaffer in freunbfd>aft- 
liefen i3e3te^ungen ftanb — J783 mar IHütler 
bei Dieterid? 3U (Safte — chatte am \o. Jebruar 
(788 (33ud) II, 67) an ifyt über ben „King" 
gefa)rieben: „Die Künbe in ber Kompofition 
^at mia> ungemein gefreut Das Jeuer entfielt 
aus einem Jänf a)en unb erlif a)t mieber an ber 
Stelle. Der burdjaus gute moralifdje Smecf 
tfl ebenfaQs ein Qauptoor3ug unb besmegen fjätte 
idf ben f leinen Jlecf uon bem matrimonialifd?en 
Perfua^, bie Jrau 3U meefen, in ber erften <Sefa>id?te 
faft meggeroünfdjt." 

Das lateinifdje §ttat ftammt aus Horaz, de 
arte poctia, Vers 23.: Denique sit quid vis 
Simplex duntaxat et unutn, — Bibliopega (ßißXtov, 
mfrvuiu) mittelalterliches ober ftumanifrifdjes Catein 
= ber öudjbinber. 
17. Die 2lnfpielung gef?t natürlid? auf tavaitts „pbjfto« 
gnomifaje Fragmente", bie in $ Bänben (leip3tg 
unb IDintertfyur) \ 776— 78 erfd>ienen. Den erften 
Banb fjatte £ia}tenberg fd?on in (Hnglanb gelefen 
ber eierte 33anb, ber tavattxs polemlf gegen 

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£fd)tenb*rg$ mäddjin 



bie tfntiprtYPognomif enthielt, war bereits im f e- 
bruar \778 in feinen §änben. PergL aua> L. E. 
S. 59 ff. 

3o^n Qowarb (1726— J790), engltfd)er Phil- 
anthrop, ber befonbers auf bie in ben borrigen 
(Sefängmffen ^errfc^enben gujtänbe hinwies unb 
von bem Lichtenberg (Aphorismen S. Qeft S. 4(28 f.) 
f djreibt: „ber ber (Sefängnijfe wegen f)erumreift 
nnb feinen £ofjn hierher ((Söttingen) tun wollte. 
(Dgl. über ihn Dictionary of national biography 
28, 44.) 

£ouis Dominique <£artoudje (1*93— \12\), 
„ber (Stoße", wie ihn £id?tenberg einmal mnnt, 
war ein berüchtigter (Sauner, ber an bie Spifoe 
einer 3ahlreichen Banbe in unb um Paris trat, 
unb fajlieglia) geräbert würbe. (Dgl. fein porträt 
in: leben unb C^aten bes H>eltberüa)tigten Spifc. 
buben £. D. <£arioua)e unb feiner Cameraben ufw. 
0. <D. J722.) 

Solomon (Segner (*730— (787) maä)te fid? 
bur«. feine „3&Yn*"" ^tten beräumten Hamen. 

3. ©.be £amettrie, Philofoph, (*708— \7*\), 
ftubterte unter £oeri)aar>e Ittebi3tn, er ift ein 
Stimmführer bes fran3- Materialismus. Dgl. f. 
& £ange, (Sefajiajte bes Materialismus. (Heclam) 

3b. J, S. 43 2 ff. 

Johann ^ehtriäf Julius Hfittgerob war ein 

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Ortenbergs lHäddjen 



in <2inbecf J776 ljtugerid?teier XHörber, ben Capoier 
in ben pb^ftognomtfc^en Fragmenten 2, nad?« 
bem er Hjn erft für „bas erfte fajöpferifdje Urgente" 
erflärt blatte, als Cypus ber 3er[törten mcnf d?Iid?cn 
Hatur fejüegie. (DgL Sickenbergs 2lpfjorismen. 
3. Qeft, 5. 499«) 

Q. 33oerttaat>e (J668— J738), profeffor in 
£eyben, einer ber bebeuienbften liebte, ber ben 
flittif d?en Unterricht reformierte. 

(ßemeint iji: 3 ol l<*ttn BernouüTs Sammlung 
tu^er Heifebefd?reibungen ufw. Dritter Sanb. 3*k* m 
gang J78J. Berlin; auf S. 207— 28<* flnbet fia? 
bie „Keife naa> donjtan3 « m Bobenfee unb naa? 
Sdjafffjaufen 3um 2tyemfafl w . 3m #pril bes 
3a^res \78\ von Qerrn Prof. Sanber in Karls* 
rulje an Qerrn Prof. Becfmann in (Böttingen"; 
bie 8efa)reibung gipfelt (S. 282) in ben Wotttn: 
„Stellen Sie fia> einen toellenmaajenben 0jean 
©on fiebenber unb fdjäumenber Utila? cor"; auf 
Ue „tmia>jtra§e von Httty" fpielt Sanber (S. 280) 
an: „UTan glaubt, in eine große unb breite Straße 
von Btila? ^Inab3ufura>en w . . . 

Die „Zladjrtcfyi oon ber Seereife aus Kopen* 

fragen naa? 0ftinbien oon bem <Dbern>unbar$t 

$errn 3. . . an feinen freunb in <E. . . . " fJefyi 
ebenba S. 32j — 382; bie Bemerfung „ber oer- 
bammte 2lbfür3ter" be^iet^t ßaj auf ben einge« 

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Elbenbergs mäddjen 



flcimmericn pafius (2l\\s bes f$erm B. . . fyanb« 
f dj r tf t Ii d?en Berichten 3ufammenge3ogen). 

iftofes (ßumpredji, Sdjufcjube, beirieb in (Böt- 
tingen ben größeren (Selb* unb 8>ea>fetyanbel. 
Pgl. L. B. I unb L. A. I, S. 20c. 

2(nfpielung auf bas 2. Bua? ITtofts, ;6. K apiiel 
Pers U— M- *>*rs 5\ : „Unb bas Qaus 3srael 
t)te§ es man. Unb es mar r>ie( Corianberfamen, 
unb meig unb fjatte einen (Befdjmacr", n>ie Semmel 
mit Qonig*. (D. Utarrln £uifjers Ueberfefcung.) 

20. €mjt (Sottfrieb Balbinger (J738— \80<0 mar uon 
1 773— < 782 in (Böttingen, fam bann nad? Utar« 
bürg. Dgl. aud) bie in L. B. citierten Stellen. 

(Brog.ßoliern ijt ein <Dri im Kreife £inben bei 
Qannooer. — (Semeint ijt ber lanbgraf frtebrta) 
von Qef[enȣaffel, ber Balbinger 3um Dirigenten 
ber ITtebicinalangetegen^eiten bes tanbes unb 3um 
£eibar3t ernannte. (Dgl. ^irfa?, Biograph £eji= 
fon. 23b. 1 088<$), S. 267 ff.) 

21. Bereits j?80 fjatte £i Ortenberg auf einem von Umt 
innerhalb ber Stabk gemieteten (Sarr entlaufe 
einen Bit Tablett er angelegt; bas mar ber erjte 
BUfeableiter in (Böttingen. Der pcatttfcbe Hr3i 
Dr. Heimarus legte J769 in Hamburg ben erjten 
Blifcableiter auf bem Kontinent an, mäbrenb 
franflin bereits J752 in tfmerifa einen folgen 



95 



Sickenbergs ltiadd>en 



errichtet h«tte. (DgL Sufebad), protofofle b. Vereins 
für Me (gefliehte (Böttingens 1903/^ S. }\ ff.) 

21 m eierten 3uni (bem (Geburtstage bes Königs) 
„rrmb in einer, abenbs nm fed?s Uf?r bestjalb an* 
gepellten öffentlichen Perfammlung 00m prof. ber 
BerebfamfeÜ öffentlich befannt gemacht, »05 für 
Schriften bei jeber fafultüt elngefommen, unb 
welchen bei Preis ober ein 2lcceffU 311 er fannt fev/ 
(Dgl. pütter, Derfudj einer afabem. (Sele^ien* 
gefliehte. (Böttingen J788, 3b. II, S. 5\\.) — 
Pgl. auch Kaefrners Brief vorn 3uni J787 (in: 
Dreigig Briefe unb mehrere Sinngebichte von 
U. <S. Käfhter. herausgegeben uon Amalie von 
(ge^ren, geb. Balbinger. Darmjtabt \s\o, S. 44.), 
voo es f^eißt : „fjeute ben Juni an bes Königs 
Geburtstage flnb große feyerlichfeiten : 0 IDerben 
ble preife an bie Stubenten ausgeteilt; 2) €in 
Baß; 3) u>irb aus unterthänigjter Deootion für 
ben bcftett König, ber ZDirth in IPe^nbe tPaßrath 
feine tt)irtfa)aft in bas (Behöbe bey ber Papier* 
mü^le oerlegen unb ba illuminieren, unb was toeig 
id? fonjt für Spectafet machen laffen u>ia 
Sickenberg Kacfeten peigen laffen, bie er geftrigen 
Sonntag erfi bei Braunholben meinen unb feinen 
oormaligen Btoitnttn befteflen lieg.". 

gum Kerftlingeröberfelb unb Qainberg ogl. 
Brief 4, S. 27. 

96 



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Dattenbergs mäddjcn 



22. Ueber Hartenberg als Didier ogf. TL Seitjmann, 
2lus Stoltenbergs riaa>lefe. Weimat \89% S. 236 ff. 
Diefes bisher unbefannte (gebiet in Knittefoerfen 
gehört 3U ben nettejten (Sebid)ten, bic id} ©on ifmt 
fenne. §übfd) ift ber §ieb auf Qerrn Caoater's 
pijY flogn. fragmente. 

Bereits J773 (L. B. I, 179) finbei fid? ber Heim; 
„(Dkm Haua> unb Silicur; 
(Dfme Blifc t>on puloer." 

23. §u (Segner ogI. „Me (Einlabung an bie f reunbe 
ber (Seßnerfd?en tttufe 4 ' nnb bie€tegie auf „(Seg* 
ners <£ob" [f *78?] im Deutfdjen merfur 1788, I, 
287, 567. — Über 3o*l<nrttt* <Srob ©gl. (Soebefes 
(Srunbrig, 2. 2tufl. 3, — „<2tn>as über form, 
(Seift, Cljarafter, Spraye, Htujlf unb (Ean3 ber 
eßutfdjen Hation" fmbet jtd) im Deutfd)en Hierfür 
J788, I, 33 1 unb *o<*. — <2in Jinbling tommt in 
3. <S. IKütters Hornau „Die Qerren uon Walb* 
Ijeim" ((Söttingen *78*/85) oor. — TL $. 3üfd)ing 
(\?2\— 93), (Seograpfy, (Svmnajlalbireftor unb 
(Dberfonftjtorialrat in Berlin. — Die XDafferljofe 
faf* Jftdjtenberg über bem Dorfe Wtenbt bei 
(Sötringen freien, Koringen ift ein Dorf öftlid? oon 
(Söttingen. 



97 



£id>tenbirg* rDädd}«n 



tladjweitungen über die Herkunft der 
Briefe Oedenbergs an freister. 

U Ba* eine? tfbfdjrift fe meinem BePfc. (Un< 
9 1 5 r u c* t) 

2. rtod? einer 2lbfd?rift in meinem Bepfc. Unge« 
brnef t.) 

3. Original im SePfce von Qerrn £ubn>ig Saeng in 
Darmjtabt, juerj* (gebrückt L. B.III, 2$ UHo. 8*3.]) 
ZIaa> einer ZJbfajrift in meinem £epfc. (Unge* 
b r u d t.) 

5. Zlad) einer 2Ibf$rifi in meinem Bepfc. (U n g e - 
5 r u d t.) 

6. Hadj einer 2lbfa?rtf t in meinem Bepfc. (U n g e • 
brutf i.) 

7. früher im BePfee von 0). ?l Sdjulj in Seipsig, 
banac^ abgebrneft in L. B. I, {Zlo. 29*). 

8. ^ac% einer ^bf(%rift in meinem 3ePfc. U n g e • 
$ r u d t.) 

0. früher im BePfce bes Qerrn (t) fjofrai p. £et>e» 

fü^n, bana#3nerft abgebrudi in L. E. S. 66 (Ho. 37). 
IQ* Original im BePfc von Qerrn £. Sacng, 3uerfl in 

beffen priootbrnet (L. S.) 
11« (Original im Bepfe oon Qerw £. Saeng, 3ueift in 

beffen Prtoatbrucf. (L. S.) 
12. Original in Karl Sdjübbefopfs 8ep&, banaaj ab- 

gebrueft in L. B. II, (7Xo. 326). 

98 



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Lichtenbergs Mädchen 



18. Original im Sefifce von £. Saeng, banad) L. S. 
14, Original ebenoa, banad) L. B. III, 3*3 (Ho. 8$*). 
16. Zlaa? einer 2lbfdjrift in meinem 33eflfc. (U n g e • 
brueft.) 

16. ZTad? einer 2lbfdjrift in meinem 33eßfc. (U n g e * 
brnef t.) 

17. Original im öeftfoe von £. Saeng, öartad? L. S.; 
von mir ftob eine Heitre von falfa)en ttsatten 
ausgebeffert. 

18. ZIad? einer 2lbfd?rift in meinem Seflfe. 
19. 

^ I Ilaa^ ben Originellen in meinem Beflfc. 

2 M (UngebrucU) 
22. 

■ 

28. Original in Wittenbergs nadjlafj, banafy L. B. II. 
3<*8. (Ho. ö$ö) abgebrueft. 



Qerrn Cubmig Saeng Ijabe ia> an biefer Stelle 
meinen ljer3lidjen Danf bafür aus3ufprea?en, bafj er 
mir bie in feinem Beftfc befinbliajen Originale ber 
Briefe Sickenbergs 3« nochmaligen genauen dolla» 
tionierung fiberlaffen fjat. 



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Kgl. fjofbudjDrudterel Kaftner & Callroeu» manchen. 



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